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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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daß aus dem Widerspiel aller Gegenkräfte das lebendige Ganzewird, so soll die Gemeinschaft wachsen, indem der Einzelne sichmit allen Gaben dem Ganzen gibt, indem er alles, was sichan seinem Eigenwuchse entfaltet, zur gemeinsamen Mitte fügt.Das ist die Einheit, die uns der rheinische Dichter lehrt, dasist die zweite Schöpfung des Rheines aus dem Geiste derSprache durch ihn:

Einer steht auf und schlägt mit mächtiger gabelUnd sprizt die wasser güldenrot vom horte . .Aus ödem tag erwachen fels und borteUnd pracht die lebt wird aus der toten fabel.In den Rhein hatten unsere Ahnen die Dichtung, den Hortgesenkt, als fremde Bildung und fremder Glauben ihre eignenüberwand und überwinden mußte, daß ihre noch dumpfenKräfte beweglich, ihre Wälderaugen meerweit und ihre zähenSeelen geschmeidig würden zur größeren Gestaltung. Siehatten in ihn hinabgesenkt, was wir vor Antike und Christen-tum schon besaßen, und was uns dauernd blieb: denn unver-loren tönte der Hort aus den Wogen herauf, umklang dieHügel und Städte, sprach aus den steinernen Domen und Bur-gen, aus dem Rufen der Krieger wie dem Gesang der Priester,dem Taktlied der Arbeit wie dem Schlaflied der Mütter, demGeflüster der Liebenden wie dem Märchen der Alten. KeinSchicksalslaut unseres Geistes, der hier nicht am reinstenertönte: der düstere Schlachtgesang und die Totenklage derHelden der Vorzeit, die süßesten Minne- und glühendstenKreuzzugslieder, Gebet und Zornspruch des Heinrich vonVeldecke, Friedrich von Husen, Ulrich von Gutemberg,der beiden Reinmar und Walthers von der Vogelweide, die rau-schenden Erzählungen von Fahrten und Festen wie die quä-lenden Fragen über Gott, Tod und Liebe in den Gesängendes Otfried von Weißenburg, Heinrich von Veldecke, Gott-fried von Straßburg und den Main hinauf noch des Wolframvon Eschenbach. Und das sind nur die klingendsten Namen indem großen Chor, zu denen noch die schweren Glockenschläge

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