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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
Seite
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in der die Götterjünglingedie Könige der Endlichkeit" inder Herrlichkeit des freien Leibes stehen das ist die letzteSehnsucht aller seiner Gesänge.

In seinen Jugendgedichten verknüpfte sich dieses hohe Men-schenbild noch mit dem Traume der Menschheit, wie er ihnvon den Denkern und Dichtern der Aufklärung und Revo-lution, des Sturm und Dranges und des Klassizismus über-kommen hatte. Damals stand er selbst noch im Widerspruchgegen die Enge des deutschen Kleinstaats, gegenall dieLumpereien des politischen und geistlichen Württembergs,"welche die freie männliche Entfaltung hemmten, und wie erDiotima sagen läßt, seinen Geist nicht einmal, sondern siebzig-mal an einem Tage aus den Regionen der Schönheit und Ge-rechtigkeit auf die armselige Erde seiner Zeitgenossen hinunter-werfen. Aber je reifer er wurde, und wie schnell reifte erin der Glut seiner feurigen Träume! um so klarer erkannteer bald, daß die Vollendung des hohen Menschtums, das erersehnte, sich nicht in den grenzenlosen Weiten einer gedachtenMenschheit erfüllen könnte, sondern nur auf dem überschau-baren festen, durch Blut- und Geisteserbe umgrenzten Bodendes Vaterlandes: in der Gemeinschaft der Sprachverbundenen,im Staate der Deutschen selbst. Freilich war dies ein schwerzu denkendes Ding, der Staat der Deutschen, und in den Jahr-zehnten desHölderlinschen Lebens sind manche Landsgenossen,und nicht die schlechtesten, an den inneren und äußerenWidersprüchen der Frage nach der staatlichen Gemeinschaftder Deutschen gescheitert und zugrunde gegangen, am ehestensolche, die sich nicht mit mehr oder minder ärmlichen Teil-lösungen bescheiden konnten. Viele freilich ließen sich durchden Hochmut des aufgeklärten, erfinderischen, von Ent-deckung zu Entdeckung schreitenden Verstandes oder durchdie ungeahnte Macht des revolutionären freiheitlichen Willensder Völker zum Glauben verführen, man könne aus der Über-legenheit des Wissens, aus der Kraft der Begeisterung, aus derStoßgewalt einer Tat plötzlich und zu aller Menschen Wohl-

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