die geistigste Blüte der Natur, dem Ganzen wirkend bis zumletzten Kampfe, ja wenn es not tut bis zur Selbstvernichtungselbst zum Opfer bringt, kann menschliches Leben dauernd be-stehen, können in Volk und Staat sinnvolle Gebilde entstehen,kann das Vaterland die wirkliche Erscheinung ewiger Mächte inder Zeit von neuem vollenden. Im Heldenopfer reinigt sichdas zeitliche Leben vom Sinnlosgewordenen und Erstarrten,im Heldenopfer bewahrt es vor dem unendlichen Werden undVergehen die Gewißheit der Verleiblichung des Göttlichen, imHeldenopfer sieht es einzigmal in einer menschlich sichtbarenleiblichen Einheit seinen Zwiespalt aufgelöst und bejaht sichselbst, bejaht den Menschen: „Der Mensch aber ist ein Gottsobald er Mensch ist. Und ist er ein Gott, so ist er schön".Dieses Ziel hat Hölderlin im Sinne, wenn er den Helden „dasRecht der Eroberung" wie den Göttern gibt, wenn er die Kraftder großen Männer heilig nennt, die in großen Zeiten als „einheilig Feuer um sich griffen und alles Tote, Hölzerne, dasStroh der Welt in Flamme verwandelten, die mit ihnen auf-flog zum Himmel," mit ihnen, die noch am Todeskelche sichglücklich tranken. Diese, die Freien, die Göttermenschen,die zärtlichgroßen Seelen will er wieder heraufrufen undhofft, daß mit den Helden auch die Himmlischen wieder-kehren und der matten Erde wieder den Frühling eines edlerenLebens bringen. Denn erst wenn in Not und Nacht,,— helden genug in der ehernen wiege gewachsenHerzen an kraft wie sonst ähnlich den himmlischen sind",erst wenn die Halbgötter, die gewaltigen Engel des Vaterlands,wie er sie nennt, wieder das ahnende Volk emporziehen, wer-den auch die Götter aus ihrem Schlaf erwachen und der Menschvor ihnen stehen: festlich und tätig, schön und stark, tapferund weise, mündig besonnen und hell!
Diese Hoffnung auf den schöneren Menschen bildet denimmer gewandelten Inhalt der Hölderlinschen Prose undDichtung: aus den Gräbern und Grüften der langen Erdennachtdie neue Schöpfung „die Glorie der Endlichkeit" emporzurufen,
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