und von ihnen das zweite Lebensalter der Welt in neuer Jugendbeginnen: „Die Liebe gebar die Welt, die Freundschaft wirdsie wiedergebären".
Aus Jünglingen solcher Artung aber sollen nach seinen Wor-ten sich Männer entwickeln, in denen die männlichen Tugen-den der Gerechtigkeit und Freiheit, der Pflicht und Selbst-prüfung, des Mutes und Maßes und vor allem die „löwen-starke" Liebe zum Vaterlande herrschen würden, Männer,welche die Kraft besäßen, auch im Unglück auszuharrenund selbst „die Mitternacht des Grames" zu durchdulden,die von kühnem Werke und umschaffender Tat nicht lassenUnd, wenn sie einsam sind, noch über das Schicksal siegen,indem sie aus sich eine geistige Welt ins Dasein heben.All diese Bilder jugendlichen und männlichen Menschentumsvereinigen sich für Hölderlin in dem höchsten Bilde des Hel-den, jenes ersehnten an Griechenland genährten aber dennochdeutschesten Heldenbildes, in dem sich „Kraft und Geistund Anmut" zusammenfinden, von dem die Gegenformender Roheit, Altklugheit und Häßlichkeit geschieden sind,um jene edelste Mischung von Natur und Kunst, von Wuchsund Zucht herbeizuführen, die den kriegerischen Heldengeistig, den geistigen Helden täterhaft erscheinen läßt undzwischen Achill und Hyperion, Hektor und Empedokles —wir könnten auch Napoleon und Goethe sagen — das Helden-hafte nur an den feinen Unterschieden ihrer besonderenEigenschaften und Handlungsarten unterscheiden lehrt. Höl-derlin hat der Darstellung und Erkenntnis dieser hohen Men-schenart die ganze Inbrunst seines Dichtens und Denkensgewidmet: die Götter und das Vaterland sind gleichsam dieStrahlungspole des Unendlichen und Endlichen, aus denender Leib des Helden erzeugt wird, ja erzeugt werden muß,soll nicht das unendliche Wachstum den geistigen Kern über-wuchern oder der vereinzelte Geist verarmen an sinnlichemWachstum. Nur wo der heldische Mensch im höchsten Be-wußtsein der ihn bildenden Gegenkräfte sein volles Dasein,
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