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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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sein und erhielten ihr Richtmaß nicht aus sich, nicht aus demeinzelnen Teile sondern aus dem Wuchsgesetz des ganzengöttlichen Vaterlands.

Nur wer wie er das Ewig-Notwendige gesichtet und von diesemBlicke aus schon wieder Boden und Luft seines leiblichenund geistigen Raumes vergöttlicht hatte, konnte es wagen,von der Menschenart zu reden, die diesen Raum bevölkernsollte, von den Eigenschaften zu reden, die ein Volk würdigen,unter den gepriesenen Völkern der Erde zu stehen. Fast nietat er es fordernd, sondern seiner Art nach rühmend, vor-schauend, messend an den höchsten Vorbildern der Ver-gangenheit, anfeuernd, im Wettlauf mit den Besten zumZiele zu streben, mahnend, den zweiten Schritt nicht vor demersten zu tun und vor allem auch im brennendsten Eiferdes Strebens maßvoll und schön zu bleiben. Denn das maß-lose, sinnlose oder nutzlose Vergeuden der Kräfte schien ihmdie größte Gefahr im Wirken für Volk und Land und wie nochein später Spruch von ihm warnt:

,,Verbotne frucht wie der lorbeer ist aberAm meisten das Vaterland. Die kost'Ein jeder zuletzt",

so ist auch sein frühes Werk, der Hyperion, eine einzige tiefeWarnung, und am meisten wohl an sein eigenes leidenschaft-liches Herz, die besten Kräfte nicht zur Unzeit an einen Stoffzu wenden, der nicht göttlich bereitet ist, und nicht aus der Notder Stunde zu früh zur Tat zu greifen, bevor sie sinnvollenSieg verspricht. Man nimmt das Schicksal des scheiterndenHyperion meist fälschlich für das Versagen Hölderlins selbst,aber der Seher hat ja den unseligen Weg nicht selbst be-schritten, sondern wurde was Diotima ihm als Höchstes undNötigstes pries: der Priester der Götter, der Erzieher des Volkes,der Künder des neuen Vaterlands!

Wenn wir also von da aus fragen, wie er den deutschen Men-schen sah und dachte, der sein neues Vaterland bewohnen

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