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Vier Reden über das Vaterland
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nicht als ob sie wären, sondern solcher Weise, daß sie vonnun an als unzerstörbare Gestalten durch den gegenwärtigenRaum unseres Volkes gehen. Ich müßte Ihnen die Landschaf-ten unserer Stämme in ihrer stofflichen und seelischen Wirk-lichkeit, die ,Vaterlandsstädte' und die festlichen Täler inihrer wuchshaften Erscheinung schildern, um Ihnen begreif-lich zu machen, wie er diese Gebilde von Boden und Wasser,Luft und Licht und den Schicksalsformen ihres uralten Lie-bens und Streitens mit göttlich-menschlichem Atem durch-haucht, sie von der Erbsünde und dem Schlangenfluche be-freit, sie wieder geheiligt und unserer Verehrung würdig macht.Ich müßte Ihnen schildern, wie Blume und Vogel, Wind undStille bei ihm als die lebendigen Sinne, als die unbekümmertenÄußerungen und Bewegungen all der göttlichen Wesen er-scheinen und wieder vertraute Zwiesprache mit ihrem Lieblingdem Menschen beginnen. Aber ich würde es vergeblich ver-suchen, weil nur das Dichterwort selbst diesen Zauber der Ent-sühnung und Belebung in sich trägt und mit sich schwingt.So lesen Sie denn selbst und lassen Sie mich nur dies nochsagen: Wir sind gewohnt, wenn wir vom Vaterlande reden,zunächst an unser menschliches Planen zu denken, etwa andie Erziehung des Nachwuchses oder die Einrichtungen desStaates oder gar an die Wirtschaft und meinen mit diesenDingen fast immer die Nöte, die sie uns bereiten, die Fragen,die sie uns aufgeben, die Maßnahmen, die wir ergreifen sollen,um nur die dringendsten Schäden zu heilen. Von all dem fin-den wir nichts bei Hölderlin. Wohl sah und empfand auch erwie keiner die Mängel der Zeit, aber er strebte nicht an, sievom Nächsten aus zu heilen, sondern vom Fernsten, er dachtenicht daran, am Einzelnen zu flicken, wenn das Ganze derErneuung bedurfte, und wo die tiefste Not des göttlichenUntergangs drohte, zuerst die kleinen Nöte des Tages zu stillen.Nicht daß er das Notwendige des Tages und der Stunde, derEinrichtungen und Verfassungen übersehen hätte, aber siekonnten für ihn nur die Ausdrucksformen der höheren Welt

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