hen und Welken und Wiederblühen mit aller Trauer und allerFreude des sich wandelnden Seins.
„Ihr Quellen der Erd! ihr Blumen! und ihr Wälder und ihrAdler und du brüderlich Licht! Wie alt und neu ist unsereLiebe!" so ruft er aus, „Frei sind wir, gleichen uns nicht äng-stig von außen; wie sollte nicht wechseln die Weise des Lebens?wir lieben den Äther doch all und innigst im Innern gleichen
wir uns!--------
Wie der Zwist der Liebenden sind die Dissonanzen der Welt.Versöhnung ist mitten im Streit und alles Getrennte findetsich wieder. Es scheiden und kehren im Herzen die Adern undeiniges ewiges glühendes Leben ist Alles."So konnte nur ein Deutscher schauen, ein Enkel Piatonsund Ekkeharts, ein Sohn Pindars und des jungen Goethe!So nur die deutsche Seele reden, die demütig und stolz,hingebend und glühend stark zugleich ist und die nicht ruhenkann, bis sie die Welt zur würdigen Wohnung ihrer Träumegestaltet hat!
Aus dieser Schau der Natur — dem späten Hölderlin genügtedas fremdstämmige Wort nicht mehr und er suchte in derBrunnentiefe unserer Sprache nach neuer Umschreibung derallebendigen, allduldenden Mutter — aus dieser Schau insAll-Eine, Ungeschiedene erwuchsen dem Dichter die Bilderder gesonderten Götterkräfte. Er glaubt an die Ewigkeit ihresDaseins, und daß sie an ihrer eigenen Unsterblichkeit Genügehaben, aber er weiß auch, daß sie der Helden und Menschenbedürfen, um sich zu fühlen und daß ihre Erscheinung inZeit und Ort von der Gestaltung bedingt ist, die sie in einemVolke finden.
Aber nach inniger Gemeinschaft mit den Himmlischen inunbekümmerter Kindheit, wo er „im Arme der Götter großwuchs", wurde seinem erwachten Geiste klar, daß er mitdiesem Glauben an die Götter allein in nackter Zeit standund gerade sein Amt war, die Zeichen ihrer Ankunft oderWiederkehr, ihrer Heimkehr in das irdische Vaterland zu
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