deuten und ihre Bilder im keuschen Liede verhüllt neu zuverkünden. Wie sie ehmals gestaltet waren und was sie ehmalsgestaltet hatten, war in die alte Macht der Natur, die satur-nische Urzeit, zurückgesunken und wieder aus ihr, der neu-erwachten, müssen sie in der heiligen Welt der Kunst, derJovischen Ordnung, wiedergeboren werden. Darum nennt ersie die „wandelnden Götterkräfte", die „Götter der Natur",die „Tiefvermißten" und „Verkannten", die aus dem heiligenDämmer wiederkehren und die Menschen, die Flüchtlinge,wieder aufnehmen sollen in ihre Göttergemeinschaft, in dieHeimat der Natur, aus der sie entwichen waren. So schlingter einen unauflöslichen Kreis, in dem Geburt der Götter andie Rückkehr göttergläubiger Menschen, die Erneuung götter-gläubiger Menschen an die Herabkunft der Götter geknüpft ist.Die Vollendung dieses Kreises ist der Tag der heutigen Erde,an dem die Götter und Menschen ihr Brautfest feiern, wie esin der Rhein-Hymne heißt:
Dann feiern das brautfest menschen und götter
Es feiern die lebenden all
Und ausgeglichen
Ist eine weile das Schicksal.
Und die flüchtlinge suchen die herberg
Und süßen Schlummer die tapfern,
Die liebenden aber
Sind was sie waren: sie sind
Zu hause wo die blume sich freuet
Unschädlicher glut und die finsteren bäume
Der geist umsäuselt, aber die unversöhnten
Sind umgewandelt und eilen
Die hände sich ehe zu reichen,
Bevor das freundliche licht
Hinuntergeht und die nacht kommt.
Noch war er, der Dichter, allein der Priester der göttlichenNatur, aber je einsamer sein Schicksal wurde, je deutlicher
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