Welt heraufführen, weil für ihn das Vaterland nicht dieseoder jene Seite des staatlichen oder geistigen Lebens bedeutetesondern die ganze Fülle des inneren und äußeren Daseins,den Grund und die Luft der wechselnden Geschlechter desVolkes, die Gemeinschaft aller Kräfte um uns und in uns ohnejeden privaten Rest.
Da sind zunächst die Elemente unseres Wesens selbst, die Ur-gegebenheiten der Einzelnen wie des ganzen Volkes, mit denenHölderlin vertrauter scheint, als je ein Weiser und Dichtervor ihm: die Natur und die Götter, und all das tausendfältigeLeben und Weben, das als Schicksal um diese Mächte spielt,sie verbindet und abstößt, trennt und wieder vereinigt.Ihm waren gewiß in der Liebe zur Natur Große vorausgegangen,Größere waren um ihn in dieser reichsten Zeit unseres vater-ländischen Geistes, aber seine Liebe war die innigste und un-geteilteste: anders als Klopstocks Gedankenspiegelung, andersals Goethes sinnenhaftes Anschauen und Erforschen der All-natur in der einzelnen Erfahrung, anders als Schillers Wieder-finden sittlicher Gesetzlichkeiten im Beispiel der natürlichenDinge war Hölderlins Verhalten zur Natur ein unbedingtesEinssein mit ihr: wie eine Blüte an ihr hängend und in ihrwohnend, wie sie in ihm wohnte. Jeder Laut des Lebens warseinem Herzen nur Ruf und Antwort aus dem Herzen derNatur, ihr unendlicher Reichtum war auch der seine und ihreunendliche Liebe die ganze Habe seiner Welt. So sah er seineKindertage als Tage der Freude unter den Wundern der Sonneund mit seinen Brüdern den Sternen und noch spät bekennt er:„Jeder Mensch hat doch seine Freude, und wer kann sie ganzverschmähen? Die meine ist nun das schöne Wetter, dieheitre Sonne und die grüne Erde und ich kann diese Freudemir nicht tadeln — - - und hätte ich noch eine andere, sowürde ich diese niemals doch verlassen und vergessen, dennsie nimmt niemand nichts und altert nicht, und der Geistfindet so viel Bedeutung in ihr; und wenn ich einmal ein Knabemit grauen Haaren bin, so soll der Frühling und der Morgen
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