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Vier Reden über das Vaterland
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gemeinen Bedürfnis hervorgegangen sei, daß hier sich alsGift erweise, was dort noch eine wohltätige Nahrung seinkönne. Er hat in diesen schweren Gedanken wie kaum einanderer für unser Vaterland gebangt, und seine Besorgniswurde sehr ernst, als nach langen Jahren des Friedens dieblitzschnelle Revolution von 1830 noch einmal plötzlich dieschlummernden Feuer aufstieß und ihm, wie er sagte, diegrößte Denkübung aufgab, die ihm am Schlüsse seines Lebenshabe werden können.

Denn auch vor dem ihm Widerwärtigen oder Zweifelhaftendes Geschehens blieb er nicht stotzig oder teilnahmslos stehen,sondern suchte es zu durchdringen, das mögliche Gute heraus-zuholen, und ob er gleich kein Freund der konstitutionellenRegierungsform war, ist es doch kein Zufall, daß Weimar alserstes deutsches Land eine Verfassung erhielt und die JenenserStudenten Karl August zutrinken konnten, als dem einzigendeutschen Fürsten, der sein Wort gehalten habe und ober gleich der Jugend oft ein niederschlagendes Pülverchen ein-rührte und stumm und kalt stand, wenn die Burschenschaftervon Politik anfangen wollten, so gestand er nachher, daß ersich hätte zurückhalten müssen, umseinen lieben jungenLeuten, seinen lieben Brauseköpfen" nicht um den Hals zufallen.

In dieser Haltung des Äußeren und dieser Zurückhaltungdes inneren Wunsches liegt ein Bezeichnendes für Goethe, dasuns auf die Mitte des Widerspruches führt, den wir zu lösensuchen: Wie bei dieser Szene der junge Rödiger, so suchtenauch die meisten Freunde oder befreundete Staatsmännerihn nicht nur zu Rede und Widerrede, sondern zu einem un-mittelbaren tätigen Mithandeln, zu einem unmittelbaren Ein-treten in Niederlage, Kampf und Sieg für die Deutschen zuveranlassen, ja sie glaubten alle mit wenigen Ausnahmen gerade das von ihm, von seinem Genius fordern zu dürfen.Aber gerade hier -- das Rätsel für die meisten seiner Zeit-genossen und Nachfahren - - an diesem Punkte versagte er

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