Volk gesündigt, aber ich soll nun ein für allemal kein Freunddes Volkes sein. Freilich, ich bin kein Freund des revolutio-nären Pöbels, der auf Raub, Mord und Brand ausgeht undhinter dem falschen Schilde des öffentlichen Wohles nur diegemeinsten egoistischen Zwecke im Auge hat. Ich bin keinFreund solcher Leute, ebensowenig als ich ein Freund einesLudwig XV. bin. Ich hasse jeden gewaltsamen Umsturz, weildabei ebensoviel Gutes vernichtet als gewonnen wird. Ichhasse die, welche ihn ausführen, wie die, welche dazu Ursachegeben. Aber bin ich darum kein Freund des Volkes ? Denkt
denn jeder redlich gesinnte Mann etwa anders?-----------Nun
heißt es wieder, ich sei ein Fürstendiener, ich sei ein Fürsten-knecht. Als ob damit etwas gesagt wäre! Diene ich denn etwaeinem Tyrannen? einem Despoten ? Diene ich denn etwa einemsolchen, der auf Kosten des Volkes nur seinen eigenen Lüstenlebt? Solche Fürsten und solche Zeiten liegen gottlob längsthinter uns. Ich bin dem Großherzog seit einem halben Jahr-hundert auf das innigste verbunden und habe ein halbes Jahr-hundert mit ihm gestrebt und gearbeitet, aber lügen müßteich, wenn ich sagen wollte, ich wüßte einen einzigen Tag, woer nicht daran gedacht hätte, etwas zu tun und auszuführen,das dem Lande zum Wohle gereiche, und das geeignet wäre,den Zustand des Einzelnen zu verbessern. — — Wir wer-den diesen Herbst den Tag feiern, an welchem er seit fünfzigJahren regiert und geherrscht hat. Allein, wenn ich es rechtbedenke, dieses sein Herrschen, was war es weiter als einbeständiges Dienen ? Was war es als ein Dienen in Erreichunggroßer Zwecke, ein Dienen zum Wohle seines Volkes! Sollich denn also mit Gewalt ein Fürstenknecht sein, so ist es wenig-stens mein Trost, daß ich doch nur der Knecht eines solchenbin, der selber ein Knecht des allgemeinen Besten ist."Kann man preußischer im alten, kann man staatlicher auchim heutigen Sinne sprechen, und durfte der nicht mit Rechteine so stolze Sprache reden, der diesen Großherzog als Freundund Führer erst zu einem solchen Fürsten gemacht hatte,
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