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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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unterschiedene Völker gebildet, neue an Land und Stamm-art gebundene Gemeinschaften entfaltet, in denen trotz derausgleichenden, jenseitgerichteten, entsinnlichenden Lehre desChristentums gewisse Züge ihres ursprünglichen Wesens be-wahrt und gerade an dem Verhalten unserer Vorväter zu denewigen Mächten von Tod und Leben sichtbar blieben.Todesweihung und Opfertod nämlich kannten auch die Ger-manen, aber die Art derselben war verschieden von denen derantiken Völker: es fehlt in fast allen ihren Sagen und Ge-schichten das staatliche Moment, die Hingabe für das an einenbestimmten Ort und eine bestimmte örtliche Überlieferung ge-bundene Gemeinwesen, das uns in der Antike so deutlich vorAugen trat, ja selbst die Beziehung des Opfertodes zu einerVolksgemeinde auch ohne erkennbare staatliche Bindung findetsich nur selten in der frühen Überlieferung.Das mythische wie das geschichtliche Bild unserer Vorfahrentritt uns eben erst in der beginnenden Wanderzeit entgegen:sie hatten ihre ursprünglichen Sitze verlassen, der Boden,auf dem sie kürzer oder länger verweilten, war weder mitgöttlicher noch volkhafter Überlieferung getränkt, er warJagd- oder Kriegsgrund, Anbau- oder Weidefläche, aber keinRaum für dauernde menschliche Entfaltung. Was sie band,war nicht Stadt oder Staat, sondern der Blutsverband, dieSippe, das Geschlecht, die Völkerschaft und spater nach derAusbildung des Gefolgschaftwesens der Führer als der ge-heiligte Inbegriff des Blutsbundes.

Daher tragen die germanischen Formen des Opfertodes statteines staatlichen ein mehr persönliches Merkmal in sich, undin den frühen Bildern steigert sich der Tod des Helden bis zureinsamen Selbstvollendung eines persönlichen Schicksals,bis zur reinen Vorbildlichkeit eines Vereinzelten, ja zuweilenfast eines Verfemten, mit dunklem Fluch Beladenen außerjeder Gemeinschaft.

Aber auch innerhalb der Gefolggenossenschaft blieb diesespersönliche Merkmal bestehen: Der Krieger opferte sich nicht

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