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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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Wir wissen, daß das Christentum in seinen langen Jahrhun-derten des Kampfes mit dem Heidentum am erbittertstengegen alle heidnischen Opfer focht, in denen sich ja derlebendige Gehalt jener nun vergehenden Welt versinnbildlichthatte. Das Christentum verpönte sie samt und sonders undfast klagend heißt es in einem Spruch der christlichen Sibylle:

Niemals ist uns erlaubt ins innre der tempel zu treten,Niemals bildern zu spenden noch sie mit gelübden zu ehrenNoch mit erfreuendem dufte der blumen oder mit strahlenGlänzender lichter oder dem schmuck der weihegeschenke,Nie des Weihrauchs glut auf flammendem stoß zu verlodernNoch der sühne froh bei stierefällenden spendenOpferblut zu vergießen, ein Sinnbild unterer büßen.

Das Christentum mußte alle diese örtlichen, in einem tieferenSinne völkischen Opfer verpönen, weil an ihre Stelle das wahreunblutige Opfer des Gottessohnes getreten war, und von die-sem Glauben aus mußte jeder Opfertod für eine Stadt, für einLand oder sonst eine irdisch bedingte Gemeinschaft wenn nichtsinnlos, so doch zum mindesten wertlos erscheinen. DerOpfertod Christi hatte alle anderen verschlungen, das un-vergleichbare, Ewigkeiten überschattende Opfer dieses Einen,des höchsten Gottes selbst, hatte alle anderen überflüssig ge-macht; die in ihm gesammelte Gnade reichte für alle Zeitenund alle Geschlechter; die durch den Kreuzestod bewirkteRettung war Rettung für die ganze Menschheit vor und nachihm. Und dieses einmalige Opfer des Gottessohnes, seinNiederstieg ins Fleisch, sein Leiden und Sterben, ersetzte nachder Vorstellung der Gläubigen tausendfach alle falschen Opferder Heiden, es wiederholte sich zudem an jedem Kultortedes Christentums in der täglich wiederholten Darstellung derWandlung im Opfer der Messe und strömte so täglich undüberall die gleiche Wirkung aus bis an den jüngsten Tag.Was konnte demgegenüber noch der Tod eines Menschen,eines armen Sünders, für ein Opfer sein? Der Tod selbst war

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