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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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das Wirrsal der sich vermischenden Göttergestalten, und daauch er nicht genügte die neuen Spannungen der Seele vomIrdischen bis zum Überirdischen, vom Sinnlich-Stofflichenbis zum Unsichtbar-Geistigen zu umfassen, mußte er dem neuenGlauben der Christen weichen, der den ganzen ungeheuererweiterten Raum des Diesseit und Jenseit zu umspannenund zu erfüllen vermochte. Die nächsten anderthalb Jahr-tausende überwölbt und durchdringt er die Welt zwischenMittel- und Nordmeer, begreift alte und neue Völkerstämme insich, verwandelt das Denken, Schauen und Fühlen der altenund neuen Völker und beugt sie alle unter den einen unend-lichen Weltengott.

Hatte unter ihm der Opfertod für das Vaterland noch einenSinn? Gab es im Gottesstaat überhaupt noch ein Recht aufein irdisches Vaterland? Wir müssen vom strengen christ-lichen Standpunkt aus diese Fragen verneinen.Es gab für den Christen nur ein Vaterland: das himmlischeParadies, nur ein Gut, für das sich Mühsal, Duldung und Ster-ben lohnte: die ewige Seligkeit, nur einen Ruhm, dessen Er-werb geboten war: eine sündenlose oder doch schuldreineSeele für das Jenseits zu retten. Alles andre, alles irdischeTun und Wirken war nichtig, war nur flüchtige Sinnentäu-schung oder drohende Verführung des Bösen, und das flüch-tige Leben auf Erden sollte nur Wegbereitung sein für das eigent-liche dauernde Leben im Himmel. Zeugung und Geburt warenaus der Sünde hervorgegangen, die Familien und Staaten nurNotgebilde der Ordnung gegen die wilden Triebe der Leidenschaf-ten und nach der folgerichtigen Lehre der geistlichen Gewaltalle der Kirche Untertan. Ja, die Kirche selbst war nur einTeilgebilde, soweit sie auf Erden war, die Ecclesia militans,ihr Haupt, der Papst, nur ein Stellvertreter des Himmels-herrn, ihre Aufgabe die Bereitung der Seele für den Heils-weg ins übernatürliche Jenseits.

Konnte es da überhaupt ein Opfer für eine Gemeinschaftmit irdischen Zwecken geben?

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