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Vier Reden über das Vaterland
Entstehung
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Dichte und Kraft der Liebe: jeder wußte wofür es galt, jederkannte vom Götter- oder Heldenursprung her bis zu seinenTagen die Geschlechter des Landes, kannte die Taten und Siegeder Väter, kannte die Lebenden fast alle von Angesicht zu An-gesicht, kannte Stein und Baum, Altar und Gedenkbild, Flurund Wald des überschaubaren Raumes und fühlte sich selbstnur als lebendiges Glied der geliebten Heimat, von der er alleshatte und der alles zu geben selbstverständliches Gebot, deretwas vorzuenthalten Frevel wider Götter und Menschen war.Aus dieser Dichte der Vaterlandsliebe, aus diesem Willen zurSichtbarmachung des Tuns und aus der daher entspringendenkünstlerischen Lust zur bildhaften Gestaltung des irdischenGeschehens ist die plastische Deutlichkeit der Bilder des antikenOpfertodes hervorgegangen und hat den Untergang der antikenWelt überdauert. Schon die Gründung eines Staates wurdevon der heiligen Sage häufig mit dem Opfertode eines Vor-ahnen in Verbindung gebracht und in mancher Stadt stand aufdem Marktplatz, im Tempelumgang oder an sonst einer be-deutsamen Stelle das Grabmal eines Menschen, der in alterZeit auf den Spruch der Orakel hin sein Leben freiwillig fürdie Entstehung der Stadt gelassen hatte.An solchen Denkmalen lernte die Jugend schon früh, daßalles was kräftig gedeihen will auf Erden, den dunklen Mäch-ten die Steuer des Lebendigen zahlen muß, daß wer dasLeben will auch den Tod wollen muß, der alles Künftige inseinem bitteren Kerne trägt, daß nur die freie sieghafte Hin-gabe des Lebens die Notwendigkeit des Todes besiegt. Dennso singt Simonides von den Gefallenen:

Nimmer verlöschenden rühm entzündeten diese der teuernHeimat, aber sie selbst hüllte des todes gewölk.Dennoch sind sie getötet nicht tot: sie erhob auf des siegruhmsFlugein aus Aides nacht preisend die tugend empor.

Nur eine Jugend, die das dumpf oder hell wußte, konnte sichzu jenen geweihten Hetärien, zu den geschworenen Freund-

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