Hoher könig muß erblassenUm mit neuer kraft zu fassenGlühend den verlassnen schätz.
Nach dem bruch der todessiegelStößt des mittlers hand die riegelVon des lebens pforten auf.--------
Wir sehen nun an den hehren Vorbildern weiter, daß essich gemäß dem ort- und zeitgebundenen Wachstum derErdenkinder bei jener Bewahrung, Errettung oder Erneuungdes Lebens nicht um ein allgemeines, unfaßliches, grenz- undbestimmungsloses Leben handelt, sondern jedesmal um einLeben besonderer Gestalt, bald an enge bald an weitereRäume, bald an kleinere bald an größere Menschengemein-schaften gebunden, und ob gleich jene Großen von dem-selben ewigen Hauch erfüllt und getrieben sind, so ist die Not,der sie begegnen, durch Ort und Zeit verschieden, und ob siegleich alle denselben heiligen Weg uns Menschenkinder füh-ren, so ist doch das Ziel, auf das sie weisen, jedesmal das un-ausdenkbare neue bezwingende ihrer Retterseele. So weist derindische Meister auf die tiefste Ruhe des Geistes nach dem Er-löschen der sinnlichen Welten, so die Halbgötter der Griechenauf das schöne Gleichmaß im Widerspiel aller lebendigen Kräfte,so der Gesalbte auf die Seligkeit der reinen sündelosen Seele,so der herbe Gott des Nordens auf die ewige Ehre des ungebro-chenen Mutes, auf die unbedingte Selbstvollendung des Helden.Mögen also die Wirkungen im Weltall sein, welche sie wollen— wir wissen es nicht — wir wissen nur, daß die Größten ihrOpfer für jenes besondere Leben vollziehen, welches sie ver-künden, daß sie zur Gemeinschaft unter dem besonderen Zei-chen ihrer Sendung rufen und nur die als Folger erkennen,die diesem Zeichen dienen.
Bis zu diesem Punkte wollte ich Ihnen kurz den Sinn desOpfertodes in seinem umfassendsten geistigen Gehalte zeigen,
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