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Vier Reden über das Vaterland
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erschüttern und reinigen ließen, beruhten auf der Verstrickungvon höchstem Wollen und tiefstem Sturz ihrer Helden, diediesem unbändigen Volke nur an dieser äußersten Spannung,an der sie nicht zerbrachen, das heilige Maß zu zeigen ver-mochten. So deuchte den Christen das höchste Wunder, daßder Sohn Gottes selbst aus der Seligkeit der Himmel herab-stieg, das Fleisch annahm und alle Not des Erdenlebens biszum bitteren schmachvollen Tode am Kreuze litt, um denMenschenkindern wieder den Weg des Heiles zu zeigen und dieerlösten Seelen zum Vater zurückzuführen. Und bei den frü-hen Germanen endlich bedeutet das furchtbare SelbstopferOdins, ihres höchsten Gottes, dessen Sinn nur dunkel durchdie verschüttete Überlieferung schimmert, gewiß nichts anderesals die Aufzeigung des letzten dunklen Weges zur heldischenSelbstvollendung, wenn alle anderen verwehrt waren, und daseinsam düstere Schicksal der meisten germanischen Heldenzeigt uns, daß das Rätsel des Gottes in ihnen lebte und verstan-den ward, ja wie wir sehen werden, bis heute noch lebt.Alle diese Selbstopfer der größten Menschen, der Götter-söhne und Götter, der Heilande und Helden, Retter und Er-löser geben uns tiefere Einsicht in den Sinngehalt des Opfersals die versuchten Deutungen aus der Seelenangst unsererfrühesten Ahnen oder gar die kümmerlichen Erklärungenaus Priesterbetrug und Völkerwahn. Wir sahen schon, daßder Opfernde, indem er den Tod nimmt, sich für das Lebenentscheidet, daß er das Leben verewigt, indem er sein Lebenzerstört, wie es in dem Hymnus des Philippe des Greve desKanzlers von Paris um 1220 in schönverschlungenen Bildernausgedrückt ist:

Aufgang diesem untergange:

Sonne taucht aus lohem schwänge

Leuchtend in die dunkelheit.

Schwer von unserm los umschattet

Wird sie müde, löst ermattet

Tod durch todes bitterkeit.

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