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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Pädagogik und Politik: auf bestimmte Zwecke zu bestimmter Zeit gerich-tete Äußerungen seines angreifenden oder abwehrenden Willens. Daherhaben seine an die Öffentlichkeit gerichteten Prosasätze einen staatlichenTon. Im tätigen und tätlichen Ausdruck unserer Sprache überwiegt beiLuther wie Nietzsche der Streitton, der in der Reizung des Gegners undder Rache an ihm seinen Ursprung hat. Georges Aussageweise dagegenist ohneRessentiment", da ihr Urheber sich von nichts zu befreienbrauchte, da das Gegnerische von vornherein außer ihm, nicht wie beijenen in ihm stand. Sie ist vor allem kurz und gedrängt, hat jene hei-lige Sparsamkeit der Worte, von der Hamann sagt, daß siemehrenteilseine günstige Vermutung für eine Barschaft der Gedanken und für einenverborgenen Schatz des Herzens abgibt".

Im Gespräch dagegen ist die Redeweise Georges von der urbanen An-mut und freien Fülle des Weltmannes, erregend durch sein immer beseel-tes Gegenwärtigsein und den wachen empfänglichen Anteil am Unterre-denden. Es gibt bei ihm keinen lehrhaften Ton, keine langatmige Darle-gung sondern nur im Wechselgespräch eine stete Unmittelbarkeit der Ge-genwirkung, eine lebendig aufblühende Augenblicklichkeit der GedankenUnd Bilder. Ruhiges Zuhören und blitzendes Ergreifen, tiefes Prüfen undleichtes Scherzen, mahnender Ernst und beißender Spott wechseln schnellin diesem entzündlichen Geiste, aber immer bleibt er beim nächsten Tun,der gegebenen Lage, dem Dienst an Tag und Stunde und fast nie weist erauf ein äußerstes Ziel, eine fernste Sicht. Er bedarf keines besonderen ge-hobenen Tuns oder Tones, wie man draußen sich gern erzählte: da seineGegenwart selbst dem gemeinsamen Luftraum eine weckende und bele-bende Spannung gibt, so ist das Schlichte wie Bedeutsame der mit ihm er-!ebten Stunden von gleichem Gewicht: sein Tief sinn und seine Laune sindv on der gleichen männlichen Dichte und Richtigkeit. Dem Gedicht beläßte r seinen eigenen Raum und niemals zitiert er im Gespräch auch nur dasBruchstück eines Verses. Seine Erklärungen und Erläuterungen entnimmter der Welt des Alltäglich-Wirklichen, seine Beispiele und Gleichnisse derhandlichen Tätigkeit, der kundigen Geschäftigkeit, kurz den Bewegungenund Äußerungen der Menschenart, die mit ihrer ganzen Person ihre Son-derzwecke und Nutzbelange im Alltag vertritt. Dadurch haben sie dieSc hlagende Überlegenheit des sachlichen Bildes und die gesunde Spottlustdes Volkes, die durch Übertreibung und Verkehrung das Falsche enthülltUnd lachend das gewollte Echte sichtbar macht, ohne daß es eines Wortesdarüber bedarf.

Das Sinnliche und Augenhafte herrscht in seiner Rede vor: wie ge-schaut ist was er dichtet, so ist was er sagt, stets gesehen. Er hat im höch-

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