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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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---------------------du bist rundum so bewehrt

Daß dich was jeden brechen muß nicht bricht

sein stolzes Bewußtsein, auch für die härteste Probe des Schicksals gewapp-net zu sein. Alle Bilder des Tadels wie des Lobes, die man von ihm ent-worfen hat, haben nichts an dieser diamantenen Undurchdringlichkeitund Unbrechbarkeit zu ändern vermocht. Auch in der Umgebung seinerNächsten, auch beim heitersten Gelage, wo sich die menschlichen Rängemischen, verliert sich nie um diese Stirn der kühle Adel einer göttlichenFremdheit: mit einem Lächeln weiß sein Genius sich die Raumweite fürseinen Flügelschlag zu öffnen. Der Fernraum, von dem alle großen Lie-benden sprechen, wo sie mit dem Vater, mit der Herrin oder den Götternallein sind, verwehrt für immer sie in Strich und Zwickel des Verstandeszu passen. Ihre seelische Spannung ist um vieles gewaltiger, ihre persön-liche Haltung um vieles leichter als die Neunmalklugen erdenken können.Daher stehen die Kleinen immer ratlos vor der Selbstdarstellung unddem Bewußtsein eignen Ranges, das jedem Großen eignet. Sie werfenauch George vor, seine Gedichte hätten immer nur ihn selbst zum Gegen-stand und unerträglich sei sein Anspruch auf Seher- und Richtertum vorMenschen und Völkern. Aberdie weltgeschichtlichen Individuen" sagtHegelsind diejenigen, die nicht ein Eingebildetes Vermeintes sondernein Richtiges und Notwendiges gewollt und vollbracht haben: die wis-sen, daß ihrem Innern sich offenbart hat was an der Zeit und was not-wendig ist". Wo Schicksal und Aufgabe, Person und Sache in einemMenschen völlig eins sind, stellt er mit seinem eingeborenen Wesen auchseine mitgeborene Sendung dar; aus seinem Ich, das von sich aussagt»spricht seine göttliche Notwendigkeit und je größer sein Amt ist um sogeringer ist der Spielraum, den sein Geist zwischen Wollen und Müssenfindet. Wie sollte ein solcher, der Willkürloseste, gerade nicht den Ortkennen und bekennen, wo er selbst vor vielen steht! Das helle Wissen umdie Höhe der Stellung hat allen starken Zeiten als Zeichen der Bedeutungeines Mannes gegolten und nur der Neidangst kleiner Bürgerseelen i stdieser Stolz unfaßbar. Sie sehen Eitelkeit und Anmaßung wo nur ein ruhi-ges Behaupten des echten Ranges und der rechten Würde statthat, siezweifeln an allem, weil Zweifel von allem entpflichtet, sie wollen als letzteAusflucht das Augenscheinliche noch wenn das Wort erlaubt ist"durch das Knall-Evidente überboten haben.Wenn ich ihnen", sagte derMeister,durch ein Wunder die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche umneunzig Grad um ihre Achse drehte, so würden sie sagen: Ja das hätteein andrer auch gekonnt, aber wenn du wirklich zeigen willst was du ver-magst, so versetze die ganze Kirche nach dem Gensdarmenmarkt'. Darauf

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