keit, als geschickte Umkleidungen nackten Raubhungers und wilder Ver-nichtungslust, als sie sich auflösten in das kalte Spiel der Anglo-Amen-kaner und Italiener, in die schrankenlose Rachgier der Franko-Afrikanerund den blutigen Taumel der Russo-Asiaten, da gab Verwey wohl imprivaten Gespräch seine tiefe Täuschung und Enttäuschung zu, da kamer wohl als erster der Ausländer zu George, um sich mit dem Freundeüber die schlimmen Jahre auseinanderzusetzen. George bekämpfte seinenVorwurf gegen den deutschen Stolz mit der Frage: „Wenn Holland,dieses kleine Land mit ein paar Millionen Einwohnern und einigen G*"viertmeilen Sumpfflächen behauptet, es hätte den größten Maler der Erdehervorgebracht: ist das keine Anmaßung, keine Überheblichkeit? Abernehmen wir an, dies verhielte sich wirklich so, dieses kleine Land hättewirklich den großen Maler hervorgebracht...!?"
Die stumme Folgerung konnte Verwey nicht mehr ziehen. Auch fander kein öffentliches Wort für die Änderung seines Sinnes nach dem Kriege,keines der Verurteilung für unsere Feinde, wie er es für uns gefundenhatte. Und da dies nicht geschah, gab die elfte und zwölfte Folg eihm mit einigen Sprüchen Georges und dem Gedicht „Der Abschied" vonWolfskehl die öffentliche Antwort auf seine Stellungnahme im Kriege-Es sind erschütternde Verse, die ihm im dichterischen Spiegel vorhielten,was wir erzählt haben: die ganze Größe der Freundschaft, die ganze Tie"der Hoffnung, daß ein Einziger auf dem Erdrund das heilige Los derDichter richtig sehe und als Einziger nicht das geistige Band zerreiß e 'den ganzen Schmerz der Enttäuschung, daß dieser mit allen draußen sie» 1gegen die stellte, die seiner Art waren, die sein Werk liebten wie niemansonst und deren Reich trotz aller Widerstände auch das seine war. Ni crlsie, die für ihr Land dem Schicksal mit dem letzten zahlten und dennocin solcher Stunde den inneren Herd hüteten und wahrten, sondern ehatte Partei ergriffen und sich einer Gegenwelt angeschlossen, die aud 1seinem Dichterglauben im Tiefsten fremd und feind war. Der an die N eU 'Schöpfung einer schöneren Welt durch den deutschen Dichter ni c "glauben wollte, hatte sich blenden lassen durch die aufgeputzten Götz edes alten Europäertums und als diese bunten Lappen, sobald sie ihr eDienst getan hatten, ohne Scham beiseitegeworfen wurden, standschweigend allein. Er gab das Organ seiner Wirkung die „Bewegungbald nach dem Frieden auf, weil alles gesagt war, und Holland empf andie Sammlung seiner Prosen als einen Abschluß: daß er nun nicht m eöffentlich mit seinem Urteil in das geistige Geschehen eingreifen wollt •Sein Leben war auf einen gefahrdrohenden Punkt gekommen, der D» cter rettete sich in eine Übertragung der Göttlichen Komödie Dantes ü n
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