geschah es denn auch von beiden Seiten mit schonender Zartheit in denpersönlichen, mit offenem Ernst in den sachlichen Angelegenheiten, wofürein Brief Georges vom 4. Juni 1902 über die Blätter für die Kunst als Bei-spiel dienen möge. Er lautete: „Lieber Hofmannsthal. Gerne hätte i cnIhnen sofort meine teilnähme ausgedrückt an den freudigen und schmerz"liehen begleitungen Ihres lebens doch ließ mich die antwort auf Ihren letZ"ten brief lange säumen. Es ist darin kaum ein punkt wo ich nicht genaudas gegenteil fühle. Allerdings kommt es bei erörterungen wie den unserendarauf an von welchen einheiten man ausgehe wie man sich verbundenfühle wie man notwendigkeiten abwäge. So lassen Sie mich ausreden nach-dem Sie es getan. Wenn Sie es als schön preisen sich von den vielfarbig efltatsächlichkeiten treiben zu lassen, bedeuten sie mir nichts ohne auswaH'und zucht. Was das bessere sei bleibe ganz unberedet, nur soviel ist gewiß*daß im allgemeinen wie im besonderen etwas geschehe, ermöglicht D»die e i n e art der führung. Wohl weiß ich: durch alle haltung und führungwird kein meisterwerk geboren — aber ebenso gut wird ohne diese manchesoder alles unterdrückt. Auch Ihnen wird schon aufgefallen sein wie unsereganze kunst bestürzt durch das fetzen- und sprunghafte durch die reih evon kraftmenschen denen immer das letzte versagt blieb — all das haseinen grund in derselben geistesart. Andrerseits bietet der von Ihnen m>recht so gelobte Vollmöller ein beispiel was aus einem b o d e n heraus g e 'schaffen werden kann — wie dienlich aber dieses beispiel weiterhin lSdavon ahnen Sie noch nichts. — Und nun die höhere tagesschriftstellere 1 'die Sie rühmen und die sehr zu billigen ist erfordert nicht die laulienreizbarkeit und weichtierhafte eindrucksfähigkeit die heut im ,Berlin eNaturalismus' morgen im .Wiener Symbolismus' untergeht, sondern " astrenge sich-auf-einen-punkt-stellen . . .
Ich halte nun meine ansieht vor allem der „Blätter" der Ihrigen geg e °'über die alle mitarbeit außer der Ihren und meinen ablehnt. Gar nicht 2reden von den ausländem wie Lieder, Verwey, begreife ich nicht wie S»an künstlcrn und denkern wie z. B. Wolfskehl und Klages vorübergehe* 1konnten — die dunklen gluten des einen wie die scharfe ebenenluft o eandern sind so einzig so unbedingt daß ich aus Ihrem kreis (so weit er si coffenbart hat) niemanden auch nur annähernd mit ihnen vergleichen dürftReden Sie aber von den kleineren Sternen — so ist es leicht das urteil zfällen das sie selber kannten — doch befinden Sie sich in großem irrtuwenn Sie dort die von Ihnen angeführte Unredlichkeit und falsche abg
Vit
klärtheit wittern — es sind alle menschen von guter geistiger z uC _mit denen Sie wenn Sie sie kennten aufs schönste leben würden. Sich vVlgeniusse gebärden taten sie nie sondern gerade diejenigen die Sie de
288