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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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geworden, der alles opfert um zuletzt statt des beschworenen Gottes nursich selbst zu sehen. Auch inCäsar und Kleopatra" wirken die Gegen-sätze noch mit, stehen sich rein weibliche Rauschglut und männlicheWerkglut als Partner gegenüber, aber aus der zeugenden Vermischungsteigt der Weltherrscher wahrlich nicht geringeren Feuers wieder auf zUtätiger Gestaltung: er preist den Traum der Nacht doch waltet und wirkt-

Von verwandten Elementen dieser Art durchzogen sind auch die Stückevon Hofmannsthal aus einem TrauerspielDas gerettete Venedig" undseiner freien Bearbeitung der SophokleischenElektra", die Traumsprüchevon Lechter ausSieben Nächte am mystischen Quell", dieEinzelredenvon Heiseler und selbst dasTotengedicht" des später durch seine philo*sophischen Schriften bekanntgewordenen Rudolf Pannwitz. In all diesenDichtungen ist etwas von den Formen der menschlichen Leidenschaftenverfangen, welche die Kosmiker in ihrer Runde aufwühlten, aber diesedüsteren Erschütterungen des Blutes und der Seele waren auf anderemBoden erwachsen als dem ihren und gaben Zeugnis von dem überall ver-borgenen Schwelen der dunklen Flammen in den unerfindlichen Winkelnunseres zerklüfteten Volkes.

Auf andere Weise nahm Derleth an den Bewegungen dieses denkwür-digen Winters teil. Er hatte sich wir sagten warum vom Treiben derKosmiker völlig fern gehalten und fand sich nur zuweilen bei einzelnenFreunden ein. Aber er beobachtete alle Vorgänge mit der kalten Sicherheitdessen, der den überlegenen Maßstab für die wirbelnden Kräfte hält undwußte zuweilen bei seinem seltenen Erscheinen am tiefsten durch die U" 1 'bedingtheit seines Wortes zu treffen. Als Klages zum Beispiel einrna 1zu George und Wolfskehl zuversichtlich und offen von der Vollendungseinesdritten" Werkes sprach das die Darstellung seiner glühendstenWeisheit enthalten sollte, rief der anwesende Derleth, dessen christlichesLebensgefühl durch all die Andeutungen tief verletzt und beunruhig 1wurde, schließlich mit seiner diktatorischen Stimme:Herr Klages, Si ewerden dies Buch nie schreiben!" Worauf Klages bös und scheu und denHut nehmend fragte:Wie können Sie das sagen?" aber Derleth nureindringlicher wiederholte:Herr, wie gesagt, Sie werden das Buch m eschreiben!" Der so Besprochene blieb durch diese Worte unerklärlich be-drückt und empfand sie wie eine Verfluchung. Und heute nach einem Vier'teljahrhundert steht das Buch noch aus: in dem was Klages alsGeist undLeben" veröffentlicht hat, ist kein Funke mehr von der Glut jener Jahre-

Derleth, obwohl er im letzten auch Kosmiker war und sich ehedem soga rmit Schuler zu einer Art Kosmikerbund vereinigt hatte, war damals docnvon den Münchener Gefährten Georges der einzige mit geschichtlichem

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