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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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s ich weiter fortgepflanzt und wer in diesen Dingen das heutige Deutsch-end mit dem um die Jahrhundertwende vergleicht, wird deutlich inne,Wie tief gerade im Bereich der Sitte der Wall der damals noch immerbewahrten und behüteten Bräuche durchstoßen ist. Das Paradoxon un-serer Verfassung und unseres Rechtes, das die Ehe und die Unehe unterden Schutz des Staates stellt, ist nur ein Zeichen für viele. Uns beküm-m ert hier nicht die moralische Wertung dieser Dinge sondern nur dasSchauspiel der tiefen Wandlung aller Formen und Werte an dieser Wendeder Zeit, und da ist deutlich, daß in diesem Vierteljahrhundert das leib-liche und sinnliche Deutschland erwacht ist, daß alle Schichten des Vol-kes von den gleichen Triebmächten erfaßt worden sind und daß un-a hlig e Bewegungen unter welchen Namen und Überschriften auch im-Iller der Menschenfreiheit, der Geschlechtergleichheit, der Körperkulturn d anderer den Sinn des Lebens in einem anderen dem der früherenGeschlechter gerade entgegengesetzte Pole zu finden glauben. Es bedarfeines Wortes darüber, daß die Richtung dieser Lebensauffassung schonn den großen staatlichen und gesellschaftlichen Bewegungen eingeschla-» en > daß im Geistigen die Romantik für sie den Boden gelockert und^ l etzsche die Bahn gebrochen hatte, aber sie erhielt, wie wir zeigten iner Münchener Kosmik eine tiefere Deutung und durchdrang die letzteSeeli sc h e Schicht des deutschen Menschen. Der von der inneren Auf-ühlung mitergriffene Umkreis der Freunde und Bekannten der Kos-^ker setzte die halb oder kaum verstandenen und oft nur erhorchtenfeos mischen Forderungen in die Wirklichkeit eines unbekümmert freiene stlich rauschenden Lebens um, das in den ganz tollen Münchener Kar-^ v alen dieser Jahre seine lustschäumende Höhe erreichte. Hundertear nevale gehen in München vorbei, aber von keinem blieb und bleibtWa s außer von jenen, die vom Atem eines wilderen Geistes erfülltare n. Man möge in den Erinnerungen und Erzählungen von Oskar* H. Schmitz, der Gräfin Franziska von Reventlow und anderenc nUisselromanen der ^eit ^ie Wirkung dieser seltsamen Runde auf diea "eren und ferneren Außenbereiche lesen, sie geben bei aller Unkenntniser geistigen Vorgänge und allem Mißverständnis der inneren Lagen,0c h ein Bild des Umtriebs außergewöhnlicher Kräfte und des Um-| "Wungs der Gesinnung wie des Urteils in erotischen Dingen, die heute° n in allen Schichten Deutschlands gang und gäbe sind.Deutschlandrle bte damals" wie Schmitz es nennt,sein erotisches Erwachen. Esar als ob die den Großstädten fernen Hinterländer wie Franken, Schwa-ll Pommern, Mecklenburg plötzlich auf den Sinn der Wollust ge-'nrnen seien, und nun schickten sie zu irgendwelchen Studien ihre unge-

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