s en der Dichter mit sich in das Leben reißen möchte. Die zwei letzten Na-men binden sich am nächsten an Person und Schicksal der Freunde selbstu nd die Gemeinschaft des Dichters mit ihnen: Karl August erscheint als derVergeblichsuchende, dem vor der Bahn in die Finsternis schaudert, Richard^erls als Vollender im Tode, der sterbend den Sieg im Kampf ihrer GeisterUmkehrt und den Preiser des Lebens in die Nacht des Verzichtens lockt.So neigt auch die Mitte der Lieder zum dunkelsten Grund und wenn imatzten Zwölft die Woge des Lebens am Beginn wieder aufschwillt, so wis-Se n wir, daß sie wieder zum Bild des Endes hinabsinkt und mit dem Wort^s Todes schließt. Von der Höhe des Lebens schaut der Dichter am tief-ten in den Abgrund des Todes. Je stärker seine lebendige Erregung auf-bauschte um so tiefer und gewisser mußte auf dieser Höhe auch das Gefühl'hres Schwindens schwingen: Der stärkste Ton hat die längste Bahn desAbklingens, die weiteste Spanne vom vollsten Klang bis zum leisesten^ a Uch. Gerade wo die dichterische Lebenserschütterung in ihrer unzer-^tickten Fülle, weder in Handlung von Spieler und Gegenspieler noch inle Vielheit der Bilder geteilt, dem lebendigen All sich nähert und „wie mitdritten der Götter einhergeht", wo die Dinge und Kräfte nur ein Ein-zig schwingender Töne sind und die Welt fast in der Freiheit des Trau-ms tanzt, gerade da muß die Mit- und Grenzmacht des Lebens, der TodUc h am vollsten durch die Erschütterung schwingen und gibt den letzten^Ölf Liedern die ganze Sattheit der Farben, die ja Mischung von Licht undUtl kel sind. Der Geist des Dichters, der das Lichtmaß erst am Tode wahr-»nmt — denn das unendliche Licht hat keine Maße — muß ihn nun auch' * dem Lichte als ewige Macht in sich pochen fühlen und sagt von bei-er Einheit als dem lebendigen Ganzen der Welt ein Helles und Dunklesu gleich aus: hell dem Maße nach, dunkel dem Sinne nach und aus beidenls cht er die Klangfarbe der Worte, die so in deutscher Sprache noch nie'Schien. „Nur eine Sprache" hat Gundolf später diesen Ton beschrieben|" r Unken und geschwellt von Schau, von Wesen und Gegenwart, beladenw elthaltigen Augenblicken, konnte so süß und gewaltig dröhnen wiee letzten Lieder von Traum und Tod. Nicht mehr Einzelstunden, sondernganze Lebensflug und -zug, Aufgang und Niedergang der Geistesflut,e >gen und Sinken des Weltlichts tönt im Taggesang .. das fertige Sein,e runde Masse seiner Inhalte im Nachtgesang dreisätzig noch einmal auf:- la ggesang der zeitlose Ablauf, das Nacheinander, der Rhythmus diesese oens, im Nachtgesang sein raumloses Wesen, sein Ineinander, seine Ton-le - .Traum und Tod' endlich ist sein Viel- und Einhall: sämtliche Sphä-Q ie im Vorspiel panoramisch sich wölben, vom Engel erschlossen undanmessen, erschallen hier harmonisch miteinander, und der Tod, der
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