Teil erscheint ihm als Bote des Schönen Lebens. Was ihn bisher in denErschütterungen des dichterischen Schaffens von Augenblick zu Augen-blick entzündet und genährt, gelenkt und gezwungen hat, überherrschtnun ganz und dauernd den menschlichen Teil, ist bleibende Erscheinunggeworden und aus der in den Traurigen Tänzen noch fast erdrückendenGegenwucht des ganzen Alls, aus der namenlosen Weite der waltendenMächte des Lebens ist sein Genius selbst als Herr und Meister, als guterund getreuer Geist, als Freund und Führer an seine Seite getreten. DerEngel, wie Lechter ihn gezeichnet hat, ist der purpurumwallte Hüter desGesetzes, die thronende Macht mit dem Diadem auf der Stirn und denTafeln in Händen, aber der hier im Vorspiel dem Dichter erscheint, istnackt, ohne Krone, blumentragend und rosenbekränzt, lächelnd und fastmit der Stimme des Dichters selbst. In dem einschränkenden „fast" dergleichen Stimme liegt freilich die ganze Spannung des zweieinigen Gött-lich-Menschlichen im Dichter, liegt die ganze Weite des Abgrunds, denseine Sehnsucht im neuen Werke zu überbrücken sucht. Daher führt so-gleich das zweite Gedicht den Traum der Kindheit herauf, wo allein esdiesen Abgrund nicht gab, wo Wunsch und Vollendung eins und dasHöchste schon irdisch-wirklich war. Was seitdem der Erwachte in 1Kampf um Liebe und Herrschaft, um Glück und Berufung, um Sinn undWidersinn des zwiespältigen Daseins gelebt und gelitten: alle Fahrten undRasten, Leiden und Wonnen, die auf diesem Wege lagen und liegen undnoch bevorstehen, bildet den Gegenstand für das selbstherrliche Gesprächdes Dichters mit seinem unsterblichen Führer und Lenker. Das Vor undNach vertauscht sich auf dieser Ebene: früheres Streben wie sehnendesWollen wird gegenwärtiger Wandel mit dem Boten des Lebens. Er hält wUnheil, Sturm und Wahn das Steuer, er hob drohend die Fahne, wenn derSchmerzbewegte das leichtere Glück am Herzen der Liebe suchte, er banntden Fernwandrer an den heimatlichen grünen Strom, er mahnt ihn an di eSchrecken, als den Trotzenden die Empörung bis an die Grenze des Fre-vels, bis vor die Verleugnung seines Amtes trieb, er weist den Dichter aU*den Ort der Überschau über dem Menschengewimmel im Tal, er deutetihm das Verhalten der Edlen vor Schicksal, Schuld und Tat.
In ihrem erhabenen Umgang bietet der Engel Gnade Lohn und Tröstungaber auch die Schonungslosigkeit des höheren Wissens, bekennt der Dich'ter Verehrung und Treue aber auch die Schmerzen der schweren Wander-schaft bis zum bitteren Ende. Ein Gruß unendlicher Süße trifft nach derErinnerung an die steile Pracht der Beginnerjahre die Heimatlandschaft,ein flammender Ruf, nach dem Blick auf das Treiben der Rührigen. di enächtige Freundesrunde, wo das neue Wort mit neuer Stimme erklingt-
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