Thurgau,
15 Gewerbe und Lundwirthschast
Artr LÄ5. (1558), Peter Eggmann, der-Schissmann von llttwhl, die beiden Städte Arbon und Bi-fchofszell und der Abt von St, Gallen haben einen Streit in Betreff der Schiffung über den See undFührung der Güter von Arbon nach Bischofszcll, Ersterer beschwert sich, das; er, obschon er bereits seitzwanzig Jahren von Buchhorn und Lindau ungehindert nach Arbon gefahren, neulich vom Abt von St,Gallen gefangen gesezt und nur gegen eine Bürgschaft von 560 Gld, freigelassen worden sei. Die vonArbon und Bischofszcll klagen, das; der Abt ihnen verboten habe, durch seine Landschaft Güter nachBischofszell zu führen. Der Abt von St, Gallen endlich bemerkt hierüber, daß er nichts anderes verlange,als daß die Schiffleute und die von Arbon sich gemäß alter liebung halten und seine Zölle nicht um-gehen, — Nach Anhörung der Parteien und einer Erläuterung des Landvogts im Thurgau werden sieermahnt, sich so bald möglich gütlich zu vereinbare», oder dann auf nächstem Tage mit ihren Briefenund Rechtstitelu sich wieder einzufinden, wo dann der Eidgenossen Nathsboten die Sache zu Händennehmen werden, Absch, 56. n. — LAAl, <1567), Der Landvogt beantragt, man möchte durch ein Man-dat verordnen, daß die reichen Bauern, welche so große Höfe besizen, daß sie neben der Zelg noch zwanzigIucharteu Feld zu bebauen haben, ein Muttcrschwci» erhalten, damit die Leute nicht mehr durch diefremden Schweinhändler betrogen und belästiget werden und das Geld im Land bleibe,— Wird all instvu-enlluin in den Abscbicd genommen, Absch, 284. >v, — LÄ3. <1571). Heinrich Heinrath von Steckborn,der seit dem Fahr 1556 die Ziegelbrennerei daselbst zu Lehen hat, klagt, daß er wegen des hohen Holz-Preises nnd der erhöhten Knechtenlöhne nicht bestehen könne, da die Gemeinde ihm nicht gestatten wolle,seinen Lohn zn erhöhen, Deßhalb wird dem Landvogt und dem Landschrciber aufgetragen, bei Gelegen-heit beide Parteien zn Steckborn vorzuladen und eine gütliche Verständigung zwischen ihnen zu versuchen;zudem wird die Sache :n> iiwtruomlnm genommen, Absch, 677, o. — Der Landschreiber berichtet,
daß der Weinbau im Thurgau sehr überhand nehme, daß die besten Acker aus den Zeigen eingeschlagenund daß aller Bau (Dünger) in die Reben gethan werde, wodurch die Kornäker in großen Abgang ge-kommen seien; er beantragt, daß man solche Einschläge nicht mehr dulden, sondern durch einen oder zweiMänner aus der Gemeinde allemal entscheiden lassen solle, ob es den Zeigen schade oder nicht, — Wirdall inztruonllnm genommen, Absch. 677. ii. — Ä't7. Der Schmied zu Pfhn beschwert sich, daß der Ge-wichtSherr Graf Otto von Ebcrstein eine eigene Schmiede zn Pfhn zu bauen beabsichtige, und bittet, ihnbei seinem langjährigen Besiz zu schirmen. Daher wird dem Landvogt aufgetragen, dafür zu sorgen, daßder Schmied bei seinem alten Posseß bleibe, oder dann, wenn eine gütliche Vereinbarung nicht zuStande komme, beide Parteien auf nächsten Tag zn citiercn, Absch, 677, im.
1<» WirthschaftSreckt und Ninczeld
Ärt. —^8, <1578). Der Landvogt meldet, das; er vor einiger Zeit einem aus der Stadt CousianzHergezogenen erlaubt habe, Wirtschaft zu treiben unter der Bedingung, das; er ihm zu der regierendenOrte Händen von jeder Maß Wein 1 Hallcr als Ilmgeld entrichte und das; er alle Frevel und Bußenverzeige und nichts verschweige. Nun habe er seither in Erfahrung gebracht, daß noch mehr Personenwirthen; daher schlage er vor, daß man auch diesen ein Umgcld auflege, indem dieses den Wirthen nichtsschade und die regierenden Orte einen ziemlichen Ertrag davon haben werden, — Wird all instrnenllumgenommen Absch, ^1 llll.