66 Beiträge zur lateinischen Erzählungsliteratur des Mittelalters.
gewesen war, da der Sklave den Apfel einem Kinde geraubt hatte",vgl. Oesterley a. a. 0. S. 178, Chauvin, Bibliogr. VI, S. 144 (nr. 302„Les pommes"). Woher der lat. Übersetzer diesen Stoff' genommenhat, habe ich nicht feststellen können. Die Stelle des verdäch-tigen Negers nimmt hier der eigene Bruder des eifersüchtigen Ehe-manns ein.
2. Zwischen den Erzählungen Punt. 133 (König und Papa-gei) und 134 (frommer Panther und Löwe) steht die Fabel vomBauern und der Hausschlange, zwischen denen keine Freund-schaft bestehen kann, seitdem jener ihr den Schwanz abgeschlagenhat, weil sie dessen Kind tötete. Die Entlehnung aus Babrios istohne weiteres klar, vgl. Babrii fabulae Aesopeae rec. 0. Crusius,Lipsiae 1897, nr. 167, S. 153.
Anhang.
Über die Hs. Vatic. gr. 2098 = V*, von der ich durch die Lie-benswürdigkeit des Präfekten der Vaticana Mercati kürzlich eineWeißschwarzphotographie erhalten habe, kann ich nunmehr nähereAngaben machen. Das Hauptwerk bietet einen Wortlaut, der fastvollständig der Hs. A entspricht, wie sie uns in der Ausgabe vonStark (1697) zur bequemen Vergleichung vorliegt. Einleitung undSchlußformel sind in beiden Hss. gleich. Nach der Neupaginierungumfaßt die Haupterzählung Bl. l r —64 v , doch vor Bl. 63 ist einBlatt ausgefallen (Lücke von ngoxäg^ficc Stark 438,17 (Punt. 135, r,10) bis sQEvvfjöcu avxöv Stark 446. 20 (Punt. v. 1. S. 299), desgleichenmehrere Blätter vor Bl. 64 (Lücke von s% hv86%av Stark 454,18(Punt. 141, 3) bis [iccösiv avxrjv Stark 484,16 (Punt. 146,14).
Die drei Prologe sind beim Binden fälschlich hinter den Haupt-text geraten = Bl. 65 r —83\ Auch hier ist leider durch Blatt-ausfall eine Lücke vor Bl. 71 zu verzeichnen. Sie reicht von tv-XccQiöriav (Punt. S. 16,2) bis sl xeXstjsis (Punt. S. 19,3), sodaß geradeder Anfang von Prolog B uns nicht zur Verfügung steht.
Der Text der drei Prologe stellt gegenüber den von Puntonibenützten Hss. eine selbständige Rezension dar, sodaß ein vollstän-diger Abdruck durchaus wünschenswert wäre. Ich teile hier nureinige Sinnesvarianten mit, die für die Beurteilung unserer lat.Übertragung wichtig sind, oder Stellen, die Puntoni's Lücken er-gänzen.
Prolog A hat folgende Überschrift: BißXiov yvaiolo'yixov,Hataxo(i,L6&ev ix xr\q 'IvSlag, xal doftsv xm ßacüXel Xoöqötj ev JZaotftdfiiaQ& nvog nsQ^cos 6oq>ov xal Iuxqov xijv xE%vr\v xal pExeve%&ev etgxijv 'Agäßcov yXö>66av, JtccQU de Uv^iecov (layiöxgov xal qpdoffdijpou xov