ARABISCHE BAUKUNST.
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wurden. In den oberen Etagen befanden sich kleine Wohnungenund Logierzimmer, die von den umlaufenden Galerieen zugänglichwaren. Wohl keiner dieser Anlagen fehlte ein Mosalla (S. 5) inder Mitte des Hofes.
Fassen wir nach eingehender Besichtigung der ägyptisch-ara-bischen Monumente die empfangenen Eindrücke zusammen, so stehtder Bewunderung für die harmonische und geschmackvolle Dekora-tionsweise, die von keinem andern Baustil übertroffen wird, zweifel-los eine Nichtbefriedigung des ästhetischen Gefühls infolge so vielerWillkürlichkeiten durch systemlose, unfertige Behandlung archi-tektonischer Formen gegenüber. Kommt auch ein Teil dieser Em-pfindung auf Rechnung des verwahrlosten Zustandes der meistenBauwerke, so ist der Grund, weshalb die arabische Kunst nicht auchin technischer Beziehung eine hohe Vollkommenheit erreichte, dochvor allem in dem frühen Verfall des großen Khalifenreichs zu suchen,in den unsicheren und wechselnden politischen Verhältnissen derfolgenden Zeit, in klimatischen und geologischen Verhältnissen, imAberglauben und in dem echt orientalischen Triebe, mit eigen-sinniger Treue an althergebrachten Formen festzuhalten und daseinmal Geschaffene unverändert zu lassen. So sehr die Arabeskeheute bewundert wird und eine so große Stelle sie in unseremKunsthandwerk und in der Kunstindustrie spielt, vermissen wir inihr doch die Darstellung lebender Wesen, bei deren Betrachtung wirgleichsam zum Mitfühlen, Mithandeln und Mitgenießen uns auf-gefordert fühlen.
In der Zeit der Tuluniden, als persischer Einfluß auch in diereligiösen Satzungen Ägyptens eingriff, wurden zwar Porträte ge-malt und farbige Holzstatuen in den Palästen aufgestellt, ja es gabin Kairo eine Fabrik von Tierflguren; es währte aber nicht langebis das Koran-Verbot der bildlichen Darstellung lebender Wesenwieder zur Geltung kam. Solche Darstellungen sind daher sehrselten und heute nur noch als Flachreliefs in Holzskulpturen er-halten ; von Statuen und Gemälden findet sich keine Spur. Mankann daher sagen, daß in Ägypten Plastik und Malerei nur für dieornamentale Ausschmückung von Wandflächen vorhanden waren.