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ARABISCHE BAUKUNST.
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Muhammed’s eine relativ hohe Kultur besaßen, nicht zu zweifelnist. Schon die Monumentalbauten des Haurän beweisen dies, unsder enge Zusammenhang der Grundrißformen der Moscheen mit denHofanlagen der vorislamitischen Kultbauten in Mekka steht außerZweifel. Nachdem die Araber die antiken Säulenhöfe Ägyptensund Syriens kennengelernt hatten, verlor die Ummauerung dieserprimitiven Hofanlagen ihre ursprüngliche Schlichtheit, und es ent-wickelte sich allmählich der reiche Moscheenhof mit seinen Arkaden,zu denen die aus griechischen und römischen Tempeln geraubtenSäulen verwendet wurden. Säulen von altägyptischen Monumentenkonnten wegen ihrer kolossalen Größe nur ausnahmsweise als Trägervon Kuppeln und Mausoleen oder für die Kiblas benutzt werden.Vielleicht war diese systematische Ausbeutung der antiken Denk-mäler der Hauptgrund, daß es in Ägypten nie zur Entwicklungeiner arabischen Säulenordnung kam. Man gelangte nur zur Er-findung einiger arabischen Kapitälformen, von denen die eine,auch als Basis verwandt, ein eigentümliches Glockenkapitäl ist, dieandere sich eines Stalaktitenkranzes als vermittelnden Gliedes zwi-schen Schaft und Abakus bedient. Die Verwendung von antikenSäulen in den Moscheen, häufig ohne Rücksicht auf Stil und Größen-verhältnisse, hatte zur Folge, daß die Paraden der Hofarkaden erstvon dem Abakus der Kapitäle an einen einheitlichen Charakterannahmen. Erst vom Bogen an wird die Arkade, bei der in Kairoeine Art Spitzbogen vorherrscht, eigenartig. Starke Zuganker ausHolz fehlen dabei nie. Ihre Dekoration zeigt, im Gegensatz zu denmit Stuckornamenten überladenen Alhambra-Galerien, eine mäßigeVerteilung von Umrahmungen, Schriftfriesen, Medaillons und ge-schmackvollen Zinnen. Die Entlehnung fertiger Bauglieder ausantiken Bauten und die oben erwähnte Benutzung fremder Kult-gebäude als Moscheen, dazu die fortwährende Verwendung fremder,nicht-mohammedanischer Techniker (Kopten, Griechen, Armenier)bewirkten, daß, wie Ibn Khaldün sagt, erst mit dem Niedergangedes großen Khalifenreiches von einer eigentlichen arabischen Ar-chitektur gesprochen werden kann. Die der arabischen Kunsteigentümlichen Merkmale sind in der Hauptsache folgende:
1. Einführung des Spitzbogens in die Architektur als ästheti-sches Moment (Moschee Ibn Tulün) und Verwendung des byzanti-nischen gestelzten Rundbogens, wozu der rund- und spitzbogigeHufeisenbogen, der gezackte Bogen, vorzüglich in Spanien, derKleeblattbogen und der Kielbogen hinzutreten. Ausführung ent-sprechender Kuppelformen.
2. Die Entwicklung einer eigentümlichen Turmform, des Mi-narets.
3. Verfeinerung der schon im alten Ägypten, Assyrien, Phöni-cien und Persien vorkommenden Zinnenformen.
4. Anordnung der in Farbe abwechselnden Steinschichten fürden Fafadenbau.
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