Du hattest damals Großes mit uns vor, du wolltest das deutscheVolk wieder einsetzen in seine alte Macht, daß auf Erden wieder Rechtund Gerechtigkeit geübt werde; aber die du uns zu Führern gesetzt,erkannten deinen Willen nicht, in Argwohn und Neid war ein Glidwider das andere und der Fremden Furcht und Haß verbündete sich mitihnen. So hinderte Sathan wiederum, daß dein Werk sich vollende,und ein langer schwerer Kampf ward uns verordnet, um es erringen zuhelfen. Wir sehen heute zurück auf die vergangenen Jahre: noch habenwir den Kampf nicht begonnen, wir sind nicht die Wege gewandelt, diedu gewollt, wir gehen je länger je mehr in der Irre und fühlen denBann nicht, der auf uns ligt, wir überheben uns menschlicher Kräftewie jene, die den Turm der Zwietracht bauten, wir meinen in Klar-heit zu wandeln, wo wir in eitel Finsternis tappen, und feiern so vieleöffentliche Feste, ohne zu merken, daß wir es thun, weil Keinem in seinemHause wol ist. Herr Gott unserer Väter, was sind wir geworden!Ein ödes Volk gleich den andern! Ach demüthige uns, züchtige uns,damit du dich endlich wieder über uns erbarmest. Verwirf uns nichtvon deinem Angesicht nnd nimm deinen heiligen Geist nicht von uns,mache uns würdig dir zu dienen, gib uns die Kraft, deinen Willen zuerkennen und mit neuem gewissen Geiste als dein wiedererlösetes Volkdein Werk auf Erden zu treiben.
Ach, daß dein heiliger Engel heute den Sathan und die ihm dienen,die so große Siege unter uns feiern, niederträte, daß aller Uebermuthheute sich legte nnd das ganze Volk vor dir sich schuldig gäbe. Damalsin der Noth hat es zu dir geschrien, damals nach der Errettung dirgedankt und deinem Namen die Ehre gegeben, seitdem aber ist es überdem vielen Guten, das du ihm geschenkt, deiner müde geworden undlebt dahin, als müßte das Werk seiner Hände auch ohne dich gesegnetsein. Ach, du allmächtiger Gott, so demüthige doch die stolzen Geister,daß sie dem Volke nicht länger wehren, zu dir zu kommen. Erbarmedich des Weinberges deiner heiligen Kirche, welchen die wilden Säuezerwühlen. Gib den treuen Predigern deines Wortes, die du reichlichausgesäet, endlich wieder verlangende und willige Gemeinden. Erwecke