Druckschrift 
Beiträge zur Kenntniss der Kölnischen Mundart im 15. Jahrhundert
Entstehung
Seite
86
Einzelbild herunterladen
 

86

99.

Id was ein beide, der hat ein docliter, de hett gern Christen gewestund si sprach mit eime Christenritter, dat he si bracht zo dem christen-doime, si woelde van silver und goult vil mit ir voeren, sowanne si zolande quemen, so soulde he si nemen zo wive off he wult: wult heisi neit nemen, so sult dat guet half sin wesen. Do quamen si up denwech und quamen in der nacht zoe einre burgli, da wairen guet ritterup. Do enmochten si neit up de burgli; do geingen si in einen waltund machten ein vuir und zerden under sich, und si hat ein kint mit sich.

* Do woulde der ritter bi der joufferen slaiven. Do sprach sibeide, bißich gedouft bin; wilt ir mich dan zoe (195 h ) einre eefrauwen nemen asir mich geloift hait, so wil ich uren willen gern doin; wa ir des neit doinenwilt. so neimpt dat guet half: ich wil mit uch gein unkuischeit doin,ir enhalt dan dat ir mir geloift hat, want ich han all min vrunde ver-ziehen umb gots willen, ich cnwil unsen leven heren neit verzoirnen mitJ r "n ~ y sunden. Do treckde he sin swert us und sprach also, he woulde si er-morden, off si sinen willen neit dede. Do sprach si, dat si lever wuldeliden den doit. Do sloige he ir dat houft aff und warp dat in dat vuir,und dat kint leif zo dem buisch wart und verbarch sich. Do quam da eindrach us dem bergh gegangen und nam den ritter und treckde den inden bergh und ass in. Des morgens quam dat kint zo den goiten rit-tern *) und sacht in 2 ) dit. Do namen si de jonffer und begroven siup den kirchof und spraichen, si were vur gode ein recht christenminsch,und dat was ouch alsoe.

100 .

It was ein riche man zo Paris, der hat sin guet gekoren vur sinenaffgot und hat dat vil lever dan sinen schepper. Do he so grois guetund weilde hat, wart he seich und starf. Do quamen sin vrunt und snei-den in up und woulden sin herz up ein ander ende begraven. Do en-vonden si in sinem live gein herz. Des verwonderde in allen sere. Dovraigden si, off ouch einich mansch moicht leven sonder herz? Do sprai-chen de lüdenein. Si spraichendise man hait gein herz in sinemlive. Der meister verwonderde, we dat sin moicht. Zo dem lestensprach der (217 b ) meisterdeser man hait groissen schätz und in demewangelio stait geschriven: minsch, wa din schätz is, da is ouch din herz.Dar umb so gait und bescint,, wa sin schätz is, off da ouch eit sin herzs i. Si geingen zo sinre kisten und vonden sin herz ligen bi sime schätz.') ritter H s.) eme H s.