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Beiträge zur Kenntniss der Kölnischen Mundart im 15. Jahrhundert
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Biieherspraehe, die sich seit dreihundert Jahren im Ganzen wenig verän-dert hat, und den in stäter Veränderung begriffenen Mundarten; aber einAbstand und Unterschied war immerhin vorhanden. Diesen zu erkennenund nachzuweisen, ist für die Geschichte der Sprache sowohl, als na-mentlich der Mundarten von höchstem Werth. Von der Beschaffenheitdieser, neben der höfischen fort und fort lebendig gebliebenendörper-lichen Sprache eine richtige Anschauung zu gewinnen, hält aber be-sonders deshalb überaus schwer, weil das Volk wohl dichtete und sang,aber nicht schrieb; daher es 'auch von seiner Sprache keine unmittelbarenaus dem Volk und von dem Volk aufgezeichnete Denkmäler gibt. Den-noch fehlt es nicht gänzlich an Quellen und noch weniger an Spuren, dieuns in das Wesen der alten Mundarten Einsicht zu gewähren geeignetsind.' Diesen nachzugehen ist eine, wenn auch mühsame, doch gewisslohnende und für die Erforschung der heutigen Mundarten erspriessliche,ja, wenn dieses Studium mehr werden soll als eine Spielerei, geradezunothwendige Arbeit.

Nicht alle, ja man könnte sagen die wenigsten mittelhochdeutschenDichter haben sich dem jetzt als geltend angenommenen Canon der höfi-schen Sprache in dem Maasse angeschlossen und unterworfen, dass siedie Eigenheiten ihrer heimathlichen Sprache völlig aufgegeben hätten.Eine sorgfältige Sammlung dieser landschaftlichen Besonderheiten wirdnicht ohne lehrreiches Ergebniss bleiben. Daneben sind die Urkundenund Weisthümer, namentlich der kleineren Städte, Ortschaften und Ge-meinden , eine nicht unergiebige Quelle, und manche Ausbeute werdenkünftighin auch Handschriften von Gedichten gewähren, die man, weil inanderer als dem betreffenden Dichter zukommenden Mundart geschrieben,bisher keiner Beachtung werth gehalten hat, die aber für die alten Mund-arten von hoher Bedeutung werden können.

Diese kurzen Bemerkungen gelten zunächst bloss von den oberdeut-schen Mundarten, für deren Geschichte ich in dieser Zeitschrift spätereinen besonderen Beitrag zu liefern mir Vorbehalte. Etwas anders undgünstiger verhält es sich mit den niederdeutschen Dialekten, denen derMangel einer selbständigen Litteratur und noch mehr einer gemeinsamenSchriftsprache eine viel freiere Entfaltung gewährt, oder sie wenigstensnicht so zurückgedrängt und unserer Betrachtung entzogen hat. Fliessendie poetischen Quellen, gegenüber dem ungeheueren Reichthum der mhd.Litteratur, auch spärlich und trübe, so bieten uns die zahlreich erhalte-nen prosaischen Sprachdenkmäler, die Rechtsbücher, Urkunden Und geifet-