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Wolfgang Müller von Königswinter : sein Leben und die Bedeutung seiner Werke für das deutsche Volk
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Hiermit meine ich aber nicht, dass ein Blicknur an dem Rheine haftete und die übrige Welt fürihn interesselos und gleichgültig gewesen wäre. Beiseiner feinen Bildung und tiefen Empfänglichkeit füralles Schöne wusste er auch sonst den rechten Tonanzuschlagen.

Wer, wie er, so oft durch die rheinischen Gauegewandelt und von den Höhen des Siebengebirgesherab über den Strom geschaut hat und das Volks-leben am Rhein beobachtet hat, wird es begreifen,dass sich die Liebenswürdigkeit seiner Anlagen in be-sonderem Maasse entfaltete, so oft ein rheinischer Stoffsich ihm zur Bearbeitung bot. Ton und Farbe, Wortund Wendung wurden meisterhaft getroffen, wenn diegoldige I'luth des Rheines in die Dichtung hinein-schimmerte. Dort war es, wo der Knabe und Jünglingträumerisch die Ufer ' entlang wandelte, wo seinePhantasie an den romantischen Resten eines zerbröckeltenBurgverliesses haften blieb und wo er in dem selbst-bewussten, heiteren Volksleben seine idealen Gestaltenzu finden wusste.

Er selber stellte sich die Aufgaben und Stoffe,zu denen sein lyrisches Talent sich am mächtigstenhingezogen fühlte, und war uns selbst Wegweiser zuseiner Würdigung, wenn er sagt:

Dich griiss ich, o Leben, mit sehnender Brust,

Beim Liede, beim Weine, beim Tanze die Lust;

Dich grii.ss ich, o theures, o wackres Geschlecht,

Die Trauen so wonnig, die Männer so recht.

Er sang mit einem Worte vom deutschen Vater-lande/von deutscher Treue, von Völkerfreiheit und