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winnt uns durch ihren frischen und freien Hauch,ihren musikalischen Rhythmus, ihren zarten Schmelzund sinnlich-poetischen Duft und die vorherrschendfreudige und einfache Natur- und Weltanschauung.Aber am glücklichsten ist Wolfgang Müller in derBearbeitung der epischen Stoffe. Hier entfaltet er,wie Kinkel und andere seiner Zeitgenossen und Vor-bilder, den ganzen Reichthum seines hervorragendenTalentes.
Insbesondere ist seine Sprache reich und gebildet,seine Verse sind überaus wohllautend, die Reimeglücklich, die Gedanken immer schon, die Darstellungimmer einfach, ruhig und klar. Heinrich Kurz sagt inseiner Geschichte der deutschen Literatur (Band IVS. 184 u. 394): »W. Müller hat seinen Ruf weit mehrseinen epischen Dichtungen, als seinen lyrischen Poesieenzu verdanken, doch auch diese haben zum Theil nichtbloss vorübergehenden Werth — —. Kr bestrebt sichhauptsächlich, deutsch zu sein und sucht daher deneinfachsten Ausdruck für Gefühle und Gedanken.Dabei ist seine Darstellung frisch und lebendig, dieStimmung - heiter und voll edler Lebenslust; doch ge-lingt ihm auch manches Lied mit ernstem Grundton.Neben der Liebe mit ihrem Glück und ihrem Schmerz,der Natur, dem Frühling und 1 Ierbst besingt er vor-wiegend den Strom seiner 1 leimath, dessen anmuthigeund romantische Ufer, den rheinischen Wein und dierheinischen Mädchen; ja selbst, wo er den Rhein nichterwähnt,scheint dieser doch ihm vorgeschwebt zu haben;auch hat ihm dies den Namen des »vorzugsweiserheinischen Dichters'- erworben.«