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Nicht mit Unrecht hat man gesagt, dass es dasVorrecht des Poeten sei, zu ahnen, was wir übrigenSterbliche vergeblich zu ergründen suchen, und dassdieses Vorrechtes unter den »Jüngeren« nur nochWolfgang Müller werth befunden wurde.
In allen seinen Werken erscheint die Kraft unddas Vollmaass des Talentes indess zur duftigsten Bliitheentwickelt, wenn er den Strom der heimathlichenBerge zum Gegenstand seiner Lieder und Dichtungenwählte. Rheinische Stromluft und Sonne hatten dieköstlichsten Rebenscheine ihm gezeitigt, und ihnenden Duft verliehen, wie er aus unseren Weinbergendas Rheinthal erfüllt. Das reine Licht und Leben derHeimath haben seine Lieder mit einem himmlischenGlanze umwoben.
Die volksthümlichsten und besten seiner lyrischenGedichte sind: »Mein Herz ist am Rheine, im heimischenLand«, »Hast du von den Fischerkindern«, »Die Luft istso still und der Wald so stumm«, »O klingender Früh-ling, du selige Zeit«, »Wenn dir blond die Lockenfliegen«, »So warm und herrlich liegt die Welt«,»Jetzt komm’ ich in den Frühlingsstrahl«, »Auf demschwanken Kahne fuhren«, »Auf eines Berges Höhen«,»Fs zieht herauf die stille Nacht«.
Wir finden nichts Ungesundes und Krankhaftes inseinen Gedanken. Seine Lyrik vor allen Dingen ge-
Herz ist am Rhein«, für Tenor, Solo mit Klavierbegleitung,von Wiltberger. Köln, Tonger. 12. »O danke nicht fürdiese Lieder« von Jansen. Deutscher Liederverlag Breitkopf &Härtel, Leipzig. 13. Lieder und Gesänge von Robert Kranz:Op. 12, Nr. 6, Im Herbst: «Die Haide ist braun, einst blühtesie roth«. Leipzig bei C. K. \V. vSiegel.