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Jahre die deutsche Reitergeschichte: »Johann vonWerth«.
In letzterer, welche ihm wie etwas Fremdes zuGesichte steht, erkennen wir den Dichter kaum wieder,da die ernstere Betrachtungsweise des historischenStoffes die Harmonie zwischen Inhalt und Form zuzerstören scheint.
Man wird den Dichter indess entschuldigenmüssen, wenn man in Betracht zieht, dass es keinleichtes Werk ist, einen so gewaltigen Krieger,wie Johann von Werth, in einer so grossen Zeitwährend eines 30jährigen Zeitraumes in einer solchenWeise hinzustellen, dass sich die Ereignisse und Ge-stalten lebendig und interessant gruppiren, dass dieGeschichte selbst nicht zu viel Raum einnimmt, dassdie Schlachten nicht zu bunt aufeinanderfolgen, dassdie kulturgeschichtlichen Punkte durchleuchten unddass man das Bild des Helden nie aus den Augenverliert. Wie der Dichter selbst sagt (Anhang S. 328)wurde die Aufgabe noch schwieriger durch die äusser-lich verwickelten Staats- und Religionsverhältnisse zurZeit des dreissigjährigen Krieges. Er hat selbst ge-rechte Bedenken gehabt; wir müssen aber anerkennen,dass er einen echt deutschen Gegenstand mit echtdeutschem Geiste behandelt und einen Mann vortrefflichgeschildert hat, der ein treuer Streiter für DeutschlandsEinheit, Grösse und Ehre war, der, jedem Glaubens-bekenntnisse gerecht, fest und sicher den nationalenZielen zusteuerte und der endlich, als er die höchstenGüter, für die er sein Leben lang mit der Faust ge-stritten hatte, in dem zerrissenen und gespaltenen Vater-