die Feier des Sankt Martinsabends, die Freuden desWinters, der Eisgang und das Maifest in anschaulichenBildern vorgeführt werden. »Der einfache Stil und dieAnmuth der meisten Schilderungen«, schreibt RudolphGottschall, »erheben dies Gedicht weit über dasNiveau der versificirten Dorfgeschichten«.
Der 1854 erschienene »Prinz Minnewin«, ein Mit-sommerabendmärchen, ist ein keckes, humoristischesWerk, reich an lieblicher Naturlyrik und an satirischenGlossen.
»Im Rattenfänger von St. Goar«, eine rheinischeKünstlergeschichte (1854) griff der Dichter mitten indas Leben hinein. Der Dichter ist darin wieder ganzin seinem Element, der Schilderung des Lebens amRhein, von welchem er eine neue und eigenthiim-liche Seite poetisch darstellt; die gerade für die Rhein-gegenden charakteristischen Eigenschaften mit ihrenbesonderen Färbungen hat er ebenso scharf aufgefasst,wie glücklich dargestellt. Das bunte Leben undTreiben am Strome, die verschiedenen wunderlichenund absonderlichen philiströsen Charaktere — das Allesist mit einem so feinen poetischen Duft gezeichnet,mit einem so liebenswürdigen Humor, mit einem sowarmen, innigen Gemüthe geschildert, wie das nurein Dichter wie Wolfgang Müller vermag.
Die vorhin genannten drei Rhein-Epen lassen denDichter ganz auf dem P'elde seines Könnens erscheinenund setzen den Genius seiner Kunst in Konceptionund Durchführung ausser allen Zweifel.
Kurz darauf erschien ein Band lyrischer Gedichte:»Mein Herz ist am Rhein« (1857) und in demselben