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Wolfgang Müller von Königswinter : sein Leben und die Bedeutung seiner Werke für das deutsche Volk
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dass bei Gott ein Tag * 1 sein sollte »wie tausend Jahr«und tausend Jahr wiederum »wie ein Tag«. Als erzurückkam von seinem Spaziergang, öffnet ihm einfremder Mönch das Thor, fremde Klosterbrüder sassenauf den Bänken der Kapelle, Niemand kannte ihn.Kr meldet sich beim Abt, es wird in den Kirchen-büchern nachgeschlagen und sein Name bei denengefunden, die vor 300 Jahren im Kloster lebten.

Dabei ist im Klosterbuche vermerkt: »Kr warein Zweifler und verschwand im Wald«.

Da bleicht sein Haar, sterbend stürzt er nieder underkennt die Wahrheit des früher von ihm bestrittenenSatzes : »Ihm ist ein Tag wie tausend Jahr, und tausendJahre sind ihm wie ein Tag«. *)

In rascher Folge erschien darauf 1852 »DieMaikönigin«, eine Dorfgeschichte in Versen. Sie isteine der reizendsten Rheinidyllen, ein Gemälde desVolkslebens und der Volkssitte, der heiteren Winzer-feste und der Naturtragödien, welche die arkadischeRuhe unterbrechen, der Wassernoth und Feuersbrunst.An die Geschichte zweier Liebenden anlehnend, diedurch Ausdauer auf Seite des Mädchens, durch Muthund Aufopferung auf Seite des Geliebten den Bauern-stolz des Vaters besiegen, giebt der Dichter eine vor-treffliche Darstellung des Dorflebens am Rhein, in demnach einander die Weinlese, das Wirthshaustreiben,

*) Unser Altmeister (ioethe sagte schon von der Natur: »Ver-gangenheit und Zukunft kennt sie nicht, tiegenwart ist ihreEwigkeit«.

I )iese Vorstellung scheint in allen Zeiten einen dämonischenReiz gerade auf besonders tief veranlagte Köpfe ausgeübtzu haben.