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Zu der damaligen Zeit gab es noch nicht so vieleberühmte »Müller«, wie heutzutage, wo dasBrockhaus’scheKonversationslexikon mehr als 40 hervorragende undwahrhaft verdienstvolle Männer mit dem Namen »Müller«aufweist. Damals war Wilhelm’s Namensvetter, Wil-helm Müller, der bekannte Dichter der »Griechen-Lieder«, ein vielgenannter Name*), und lag es daherfür unseren Wilhelm nahe, sich durch Abänderungseines Namens von seinem Namensgenossen zu unter-scheiden. Müller entschloss sich, seinen Vornamen in»Wolfgang« umzuändern und setzte aus Anhänglichkeitan die Heimath den Namen seiner Geburtsstadt Königs-winter hinzu.
Nachdem der militärische Rock in Düsseldorfausgezogen war, sehen wir unseren Wolfgang Müller1842 auf Studienreisen in Paris, um in den dortigenSpitälern praktische Erfahrungen für seinen ernstenBeruf weiter zu sammeln.
Kaum hatte er dort mit Heinrich Heine, GeorgHerwegh und Franz Dingelstedt Bekanntschaft gemacht,so rief ihn der plötzliche Tod seines von dem Sohnemit zärtlicher Anhänglichkeit geliebten Vaters nachDüsseldorf zurück. Ergreifend ist sein Gedicht: »AmGrabe des Vaters« (1842) Seite 230 in »Gedenk’ ver-scholl’ner Tage« :
»Icli hätte gern das Leben dir geschmückt,
Dein greises Alter hätt’ ich gern beglückt,
* Dir hell gemacht die hohen Lebenstage.
Doch thatest du zu früh die Augen zu,
Du gingst zu früh, zu früh zur ew’gen Ruh —
Zu früh sing’ ich dir diese Todtenklage!«
*) Gestorben 1827 zu Dessau. Ausserdem war ein Zeitgenosseder Professor der althochdeutschen Literatur Wilhelm Müller