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Der Kurfürst in Hückeswagen, oder: Das Maifest : ein Schauspiel in drei Abtheilungen
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Frau v. Breidenbendt.'l 0 xranä visu! Wiewar'S doch ftüher anders, da die Hausfrau» wenn sieglänzen, wenn sie ihre kostbarsten Schätze zeigen wollte,den Gast an den Leinwandschrank führte und das selbst-gesponnene Gebild, die selbstgefertigten Tücher zeigteneben denen von Mutter und Großmutter, und dabeidas Silberzeug und den! Hausrath von Urgroßelternher, woran sich die schönsten Familienerinnernngenknüpften. Jetzt aber geht Alles nach der Mode. Wasden Eltern noch so wcrthvoll gewesen, bas wird jetztals altfränksch abgeschafft und das allerneueste Mustertritt an die Stelle. So geht es mit der Kleidung undmit Allem. Mit dem altvaterischen Wesen wird auchdie alte Treue und Tugend und alle Gottesfurcht un-ter die Füße getreten.

Meyer. Wie gesagt, gnädige Frau: das Jun-kerthum kranket an den Vorurtheilen einer längst ver-sunkenen Zeit, und die schädlichste Krankheitsäußerungist die unsinnige Ansicht, daß gewerbliche Tbätigkeit zurSchande gereiche. Hunde und Pferde dressireu, einStück Wildpret abledern und dergleichen, ist als einzigehrliche Beschäftigung angesehen, und nebenbei die tolleVerschwendung! Die Sucht sich auszuzeichnen, läßtAlles anders machen, wie man soll und doch sindwir Adamskinder Alle aus Einem Lehmen.

Frau v. Breidenbendt. Ist aber bei der Ge-werbsamkeit der Geldstolz nicht noch schlimmer, HerrRath? Der Adelstolz gründet doch noch ans Tugend.