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Der Kurfürst in Hückeswagen, oder: Das Maifest : ein Schauspiel in drei Abtheilungen
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Seite
46
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worunter kein Junker ist, der Kurfürst müßt ihm dennden Adel geschenkt haben. Der Adel ist nicht hoch mehrauf dem Preise, und wird wie jede altmodische Waarenoch mehr abschlagen. Es fehlt schon an Käufern. Ichwäre nicht närrisch genug, auch nur ein Fettmänncheudafür zu geben.

Frau v. Breidenbendt. Usi-donnos-moi! Dasist nur mit den Emporkömmlingen, mit dem Briefadel.Ein gutes Herkommen aber läßt sich doch nicht erkaufen.

Meyer. Das Herkommen betrifft nur körperlicheVerhältnisse und der Unbedeutendste genießt das aller-beste Herkommen. Lauter Unsinn, gnädige Frau, mitihrem Wohlgeboren, Hochgeboren und Hochwohlgeboren.Da lobe ich mir die gute alte Zeit mit ihren Titeln:ehrenhaft, ehrenfest und fchöffenbar. Daß Jemand ge-boren ist, weiß man ohnehin, und ob auf dem Dachstüb-chen oder im Keller, drauf kommt's nicht an. In derGesinnung aber steckt der wahre Adel, den unsre Junkerin ihrem Jagd-und Luderleben in die Schanze schlagen.

Frau v. Breidenbendt. Oni! in gewisser Be-ziehung habt Ihr Recht. Es kann unmöglich längerso fortgehen, wie z. B. hierneben mit dem Hof-kammerrath. Wagen, Reisen, Visiten, Saus und Brausvon einem Tag in den andern.

Meyer. Da habt Jhr's ja! Und nun solltenoch gar Eure Tochter das Opfer toller Verschwendungwerden; mit ihrem Gute wollen die Schelmen die Lö-cher in ihrer Börse und in dem Respekt stopfen.