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Der Kurfürst in Hückeswagen, oder: Das Maifest : ein Schauspiel in drei Abtheilungen
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Schatten. Ich fürchte, sie wird heute nicht kom-men. Oh! das leidige Briefchen von gestern!

Irmgard. Briefchen?

Schatten. Als ich gestern in der Amtsverwal-tung war, und ihr Oheim ab und zuging, da hatte sieden Einfall, ihn zu ihrem Boten zu machen, ihm einBriefchen an seinen Zopf zu hängen, das mich auf heutezu Dir einlud. Unglücklicherweise sah der fahle Ge-richtschreiber das Briefchen, nestelte es los und reichtees dem Alten. Zwar hatte das Blättchen weder Auf-schrift noch Namen; doch Hclenens Hand verriet!). DerAlte polterte über Weiberlist und, mit Zornblick gegenmich, über eine Schlange, die er in seinem Busen ge-nährt habe. Darauf erhielt ich die Nachricht, daß ichauf dem Amte Nichts mehr zu thun habe.

Irmgard. Die Wahl ihres Liebesboten zeugtdavon, wie geringe sie ihre Gegner anschlägt.

Schatten. Aber ihre Mutter

Irmgard. Helena ist volljährig, ist reich durchdes Oheims Erbschaft; die Mutter ist ohne Vermögenund muß ihr folgen.

Schatten. O nein, o nein; nein nie um diesenPreis! ein böser Elfe raunte Dir es zu, eh' Du Deinedles Herz zu Rache zogst. Von allen Tugenden istKindespflicht die erste und heiligste. Viel lieber wende ichmich Friedrichs Werbern zu, als daß ich sähe, wie sie dieKindespflicht in solcher Weise unserm Verhältniß zum Op-fer brächte. O Irmgard! hätte ich meine Mutter noch,