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Im Bann der Schlange : Novelle
Entstehung
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leicht kann ich jetzt ein wenig schlafen; bisherging es nicht: ich fing immer wieder an zuweinen, so daß ich mich wahrhaft vor den Men-schen schäme, die mit mir im Wagen sitzen. Ichnahm meinen Rosenkranz aus der Tasche undwollte beten, bemerkte aber, daß der Herr, wellcher mir schräg gegenüber seinen Platz hat, mitspöttischer Miene über seine Zeitung und Brillehinwegsah und mich beobachtete, während eineältere Dame herablassend zu mir sagte:Siekommen Wohl ans einem Kloster, liebes Kind?"Ihre Art verdroß mich sehr. Sie erhielt auchkeine allzu freundliche Antwort; ich sagte ihr,daß ich zwar aus einem Kloster käme, aber dieoberste Klasse durchgemacht hätte. Meinen Rosen-kranz steckte ich jedoch ein; ich wollte doch nichtzur allgemeinen Belustigung dienen.

Wenn du diesen Brief erhältst, bin ich schoneinen ganzen Tag in meiner neuen Heimath,hätte ich fast gesagt; aber es wird Wohl so rechtdas Gegentheil von dem sein, was andere Men-schen mit diesem Worte bezeichnen. Doch es mußsein. Gott helfe mir!

Bete für deine tief unglückliche

Elisabeth.