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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
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einen geschaffen, und den haben sie zum Gegenstand desStreites und Haders gemacht. Sie haben sich eine Dogmatikzusammen gekünstelt, die reich ist an Spitzen und Ecken,an diese stoßen sie sich oft, und fallen dann gar arg übereinander her. So war's vor Zeiten; So ist's noch immerjetzt."Soll es so bleiben?" fragte ich bekümmert meinenFührer.So lange die Jünger ihren Meister falsch ver-stehen; solange die freie Wahrheit wie ein gefährlicher Dämongehaßt wird, so lange Menschen in selbstsüchtiger Weisefür ihre Worte unbedingten Glaubenverlangen, so langees Priester und Lehrer geben wird, die nach der Ent-wicklung der Menschheit im großen Ganzen nicht fragen,so lange es überhaupt Menschen mit Sondergelüsten giebt,denen es in der Gemeinschaft nicht Wohl wird, die, stattin der Eintracht ihre Seligkeit zu suchen, lieber in denKampf sich werfen, so lange freilich wird's so bleiben; aberes giebt noch Arbeiter, die alle die Maulwurfshügel, dieScheidemauern, die Sonderburgen zerstören, es ist einklein Häuflein; aber ihre Waffen sind scharf, und sieruhen Tag und Nacht nicht." Ich hatte diese Worte ge-hört und nicht gehört; ich war niedergeschlagen und wolltemich entfernen.Nun", fragte mein Führer,willst Dunicht die Saaten des Kirchenthums schauen?" Ich sahdurch ein großes Glas. Aber das Bild, welches ich sah,war von so ungeheurer Ausdehnung, daß mein Führer mir eserläutern mußte.Sieh," sprach er,hier im Vordergründesiehst Du ein Häuflein sogenannter Lämmelbrüder, wie siedie Welt getauft hat; sie sehen recht fromm aus in ihrenMienen, aber bemerke wohl, daß sie Frauen an der Seitehaben, sieh recht auf ihre Blicke, ihr ganzes Treiben ist