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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
Entstehung
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niedere Wollust, gepaart mit Scheinheiligkeit."Schmachund Schande über sie," rief ich empört.Sieh weiter, dortist ein altes Bild; das ist eine Synode von Mschöffen;Du siehst, wie sie sich packen; einer schlägt hier den anderntodt; der noch lebt hat gesiegt, er kann ja noch reden undstreiten; und seine Ansichten der Mit- und Nachwelt dar-bieten. Hier im Vordergründe ist ein frisches Bild. Esist ein Geistlicher der Neuzeit."Aber warum ist seineKirche so leer, da doch viele Tempel sonst gefüllt sind?"Erwirft in jeder Predigt mit dem Teufel um sich herum, anden kein einziger Mensch aufrichtig mehr glaubt, weil dieTeufelsidee heidnisch und garstig ist; sieh wie er droht, erredet nur von ewigen Höllenstrafen, die so ganz traurig demMenschen das reine Bild der Gottheit trüben; denn derAllliebende würde der Allleidende sein, wenn der Gedanke,daß Millionen seiner Kinder in ewiger Pein zu leben hätten,ihn störte; die Zuhörer sind gleichgültig; sie hofften vergeb-lich Labung und Stärkung für ihr Herz. Sieh dort diearme Mutter; von früh bis in die Nacht muß sie sichplagen, sie opfert sich auf; sie ist die Liebe selbst; sie kommt,um des Sonntags sich geistige Erfrischung für ihr Lebenund Dulden zu holen. Sie erhält statt der Labung deserhabnen Gottessohnes, der so gern Herzen aufrichtete, derselbst noch mit der Sünderin freundlich redete, nichts alsScheltworte von der Kanzel; sie hört nichts, als daß sieschuldbeladen sei. Nun sie glaubt auch das in der Einfaltihres Herzens, aber da sie der Prediger in ein dogmatischesLabyrinth hineinführt, statt auf freier lichter Bahn zumThron des gnädigen Gottes zu führen, so bleibt sie zurück,und betet still für sich und ihre arme Seele."Ach wietraurig, Gott sei Dank, daß solche Kirchen es nur wenige

Piltz, Mamerische Blüthen. 15