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entfaltet sich hier," rief ich; „selbst die Natur hat der Menschhier veredelt und verklärt." Lächelnd fragte mich mein Füh-rer : „Kann man die Natur veredeln, ist sie nicht einzig undallein schön in ihrer Urpracht und matt und winzig, wenndas Menschenvölklein sich ihrer bemeistern will?" „Aber sieh,"erwiederte ich meinem Führer, „wie hier das Glück austausend Quellen fleußt und sprudelt; dem Volke hier wirdjeder Tag zum Feste, sie leben nur um zu genießen. BeiWein und Gesang küssen sie sich; ihre Tische sind reichlichund mit den seltensten Leckereien besetzt; sie jubeln und lachenund ich sehe in ihren Gesichtern keine Spur von Sorgeoder Gram. Ihre einzige Sorge scheint die Auswahl derGenüsse zu sein, und der einzige Zügel für ihre Freudedie Ermüdung. Sieh, wie frei sie sich ergehen; die scheinennicht nach dem zu fragen, was Andern graue Haare macht;die tragen keine Vorurtheile bei sich als Dämpfer für ver-schiedene Genüsse; die binden sich nicht an Pflichten, dienach ihrer Meinung der Wahn erfunden hat und die klein-lich und lächerlich sind; sie nennen die Entbehrung undBekämpfung der Sinnlichkeit unmenschlich, und werfen sichdaher mit aller Macht in die Reize des Lebens hinein.Welch schöne Erinnerungen müssen sie einst haben, wenndie Nacht des Lebens für sie hereinbricht! Dann zehrensie von" — „Halt!" fiel mir hier mein Führer ins Wort,„sieh erst durch dieses dunkle Fenster, eh Du weiter dasGlück des Weltmenschenthums preisest; hier siehst Du seineSaaten und die Folgen seiner Lebensweise!" Ich sah hin-durch und schauderte. „Siehst Du dort", sprach meinFührer, „die bleiche abgehärmte Frau, die in der Ein-samkeit sich ausweint; ihr Mann war ein besonderer Freunddes Weltmenschenthums; er hat seiner treuen und überaus