die Tage der Ruhe für ihn waren, es sollte doch auf demBerge seines Alters, auf dem Berge seiner Verklärung,noch hier und da ein Kreuz sich zeigen. Als er zur Ein-weihung der Petrikirche fuhr, fiel er beim Heraussteigenaus dem Schlitten, und nahm dabei einen bedeutendenSchaden an seinem Körper. Doch ward derselbe baldgeheilt. Aber auch seinem Herzen ward eine Wundegeschlagen; eine Wunde, die zwar vernarbte, die er abermit ins Grab nahm. Er verlor alle seine Kinder durch denTod. Sein Sohn blieb als Oberst im Türkenkriege, undauch seine Tochter, sein einziger Liebling, ging ihm in dieEwigkeit voraus. Aber sein Geist war gestählt, und selbstdiese harten Schicksale vermochten nicht ihn in seinemGottvertrauen zu erschüttern. Im Jahre 1836 erlebte ernoch die Freude seines fünfzigjährigen Doctorjubiläums underst als er das 83. Jahr seines Lebes angetreten hatteund sein Geist stumpf zu werden anfing, rief ihn derO. B. A. W. ab von seinem Tagewerke auf diesem Sterne.Er entschlummerte sanft und ging zum ewigen Osten einam 15. December des Jahres 1839.
„Da flog sein Adler aus zum Lichtquell ewiger Sonnen,
Und Freiheit war sein Fliigelschlag."
So liegt es da, das Lebensbuch eines Mannes, derviel erfahren, gewirkt hat, der hochgeehrt, heftig geschmäht,viel verkannt, aber auch innig und treu geliebt wurde.Wie ehrwürdig und wie erhebend ist mir das enthüllte Bildseines Lebens gewesen! Hoher Ernst und reine Güte,männliche Festigkeit und liebende Duldung, Liebe zurMenschheit und Muth, für sie zu handeln; warme Gottes-furcht und freie religiöse-Erkenntlich; tiefes Gefühl, ver-bunden mit lichten philosophischen Anschauungen; Treue
Pilz, Maurensche Blüthen. 14