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Maurerische Blüthen : Erzählungen, Reden u. Gedichte aus dem Freimaurerleben
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Feinde daran arbeiteten, eine Verbannung Feßlers ausWien zu erlangen, es war umsonst; er erhielt die Gunstdes Kaisers; dieser ließ ihn in Wien die Universitätsstudientreiben, und verschaffte ihm so Gelegenheit, seinen nachWahrheit ringenden Geist mehr und mehr zu befriedigen.Die Untersuchung der Klostergefängnisse ward bald beendetund die Folge war: Der Guardian und der Provincialdes Klosters wurden sehr hart bestraft; alle Gefängnissewurden zerstört; viele unglückliche Mönche und Nonnenkamen dadurch wieder an das Tageslicht und dem un-menschlichen Mönchsunsug ward für alle Zeiten eine Endegemacht. Feßler war sich bewußt, daß er echt menschlicheThaten verrichtet hatte, und sein Gewissen versüßte ihmden Giftbecher, den ihm die Feinde reichten. Noch heutegehört es zu den Freimaurerthaten, die Werke der Fin-sterniß zu zerstören, sich der Unterdrückten anzunehmenund die Menschlichkeit überall aufzurichten. Die Mönchefreilich mieden ihn jetzt; die Obern haßten ihn. Er hatteder Schlange auf den Kopf getreten und so war es keinWunder, daß sie nach ihm schlug. Wollte ihn doch kurzvor seiner Abreise nach Lemberg noch ein Pater mit einemDolch ermorden, und er wäre auch in der Folge einemtraurigen Schicksale nicht entgangen, wenn er nicht einenFreund im Himmel und einen auf Erden gehabt hätte. DerElftere hielt seine schützende Vaterhand in allen Gefahrenüber ihn; der zweite, der Kaiser Joseph, führte ihn ausdem Reiche der klösterlichen Finsterniß heraus und gabihm die Professur der orientalischen Sprachen zu Lemberg.Dadurch wurde es ihm auch vergönnt, aus dem Ordenherauszutreten.