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führt, wo wir unser Vertrauen zur Menschheit mehr undmehr stärken können. Welch tiefen Blick er übrigens aufseine Umgebung geworfen hatte, zeigt folgende Stelle ausseinem Leben: „Ich habe noch wenige in und außer demKloster gefunden, die nicht bald, nachdem man über dasWetter einig geworden und mit den Tagesneuigkeiten fertigwar, in das Moralisiren übergingen. Moralisircnd betrügensie den Schwachkopf um seine Aufmerksamkeit und Achtung;moralisircnd wollen sie die Aufmerksamkeit des scharfsich-tigen Beobachters von sich ablenken; moralisircnd tödtensie gute Namen, wie Fliegen, haufenweise; moralisirendschneiden sie Jedem die Ehre ab, der ihrem Stolze nichtsröhnen, ihrem Eigennutze nicht dienen wollte, oder vondem sie nur in der Ferne zu fürchten haben, daß er ein-mal ihr aussätziges Fleisch und ihre Eiterbeulen entdeckenkönnte. Darum werden auch nur die moralisirenden Men-schen am öftersten an mir irre werden; denn gerade beidiesen fange ich in der Regel mit stiller Aufmerksamkeitan, fahre mit redseliger Offenheit fort, und mache mitentfernender Zurückhaltung den Beschluß." Wie sehr ihndabei der Fehler, die Schwächen der Menschen zu ergründenund sie dann auf jede Weise zu benutzen, noch anklebt,zeigen folgende Worte eines Briefes, die er an seinenväterlichen Freund, den Prälaten Rautenstrauch schrieb:„Man kann den Capitain Stieber zu Allem brauchen,nur muß man sich schaafsgutmüthig von ihm imponirenlassen. Was ich bei mehreren Jüngern Machiavelli's be-merkt habe, ist auch bei ihm zu Hause; er glaubt, Alle,die er vor sich hat, zu übersehen und von Niemandenübersehen zu werden. Dies merkte ich gleich bei der erstenUnterredung mit ihm. Da hüllte ich mich tief in die