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die erste Messe las und das heilige Abendmahl reichte.Dieses heilige Sacrament, welches so ganz mit gläubigemHerzen ausgetheilt und empfangen sein will, machte ihmdie Lücke seines Gemüthes recht fühlbar. Aber nachdemdas Kloster zu Blöding ihn ausgenommen hatte, fing eran rüstig an einer bessern Verfassung seines Gemütheszu arbeiten. Er überließ sich jetzt sehr oft an einsamenOrten der innigsten und aufrichtigsten Andacht, und seineGebete kamen nicht blos von den Lippen, sondern aus demHerzen. So sagt er damals selbst von sich: „So oft dieWahl des Ortes ganz von mir abhäugt, ist das freieFeld oder der Garten mein Tempel, Bäume und Blumendas Bild meines Gottes und ruhiger Selbgenuß meinGebet." Wir sehen, daß er bereits nach Abwerfung deshistorischen Klosterglaubens, den Vcrnunftglauben, den dieNatur, die Welt predigt, in sich ausgenommen hat. Dochwar auch keineswegs der acht christliche Geist in ihm ge-sunken; derselbe trat im Gegentheil mit aller Macht inseiner Seele hervor, und als er im Klostergarten voneinem Freunde, dem Staatssecretär Molinari, der sichihm traulich nähert, gefragt wird: „Ob er auch Christund Priester sei?" so antwortet er entschieden: „Daserste im strengen Sinne, das zweite im wahren Verständegenommen; so däucht mir, schließt Eins das Andere aus.Ich bin ein Christ und kenne den Priestergeist, ohne invieler Rücksicht Priester zu sein." Und als ihn der Fremdeweiter fragt: „Wie verstehen Sie das?" so ist seine Ant-wort: „Gewiß haben Sie das Evangelium gelesen undwissen ohne weitere Erklärung, was nach dem EvangelioChrist, was Priester heißt. Der Christ folgt der Sitten-lehre Jesu, den die Priester kreuzigen ließen." Feßler